EU-Staaten schaffen neue Schlupflöcher für Konzerne
Der von den G20-Ländern verkündete Kampf gegen Steuerschlupflöcher für große Konzerne wird durch neue Anreizsysteme von EU-Ländern untergraben. Trotz internationaler Bekenntnisse, aggressiver Steuergestaltung einen Riegel vorzuschieben, locken immer mehr Länder multinationale Konzerne mit sehr niedrigen Steuern für Lizenzeinnahmen - sogenannten Patentboxen. Nach Angaben der Bundesregierung werden in zwölf europäischen Staaten Lizenzeinkünfte zu Vorzugskonditionen besteuert - zulasten der anderen Länder.
"Die Bundesregierung sieht Patentboxen kritisch", heißt es in einer am Montag bekanntgewordenen Antwort auf eine Anfrage der Grünen, über die die "Süddeutsche Zeitung" zuvor berichtete. "Es bestehen Bedenken, dass es durch die steigende Zahl an Patentboxregelungen zunehmend zu einem volkswirtschaftlich schädlichen Steuerwettbewerb kommt, der das Besteuerungsniveau insbesondere für international operierende Unternehmen absenkt."
Deutschland sowie andere führende Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen Gewinnkürzungen und -verlagerungen multinational tätiger Unternehmen eindämmen. Konzerne wie Apple, Amazon, Google oder Starbucks erzielen hohe Gewinne, zahlen dank legaler Tricks aber wenig Steuern. Sie verschieben Gewinne hin und her. Verlagert werden Patente, Markenrechte, Lizenzgebühren oder Darlehenszinsen in Tochterfirmen in einer Steueroase. Sie drücken den zu versteuernden Gewinn. Im Niedrigsteuerland fallen dann wenig Abgaben an.
Die Industrieländerorganisation OECD hatte einen Aktionsplan zur Eindämmung grenzüberschreitender Gewinnverschiebungen vorgelegt - also gegen das sogenannte Base Erosion and Profit Shifting (BEPS). Bis Ende 2015 sollen gemeinsame Regelungen stehen.
In ihrer Antwort verweist die Regierung auf Belgien: Bei einem regulären Steuersatz von 34 Prozent betrage der effektive Steuersatz auf Lizenzeinkünfte 6,8 Prozent. In Frankreich liege der effektive Steuersatz auf Lizenzeinkünfte bei 15 Prozent, während der reguläre Satz 33,33 Prozent betrage. In Luxemburg seien für Lizenzeinkünfte 5,72 Prozent fällig, regulär würden 29,63 Prozent erhoben.
Vergleichbare Regelungen gebe es auch in den Niederlanden, Portugal, Spanien, Ungarn und im Vereinigten Königreich. Keine Steuern auf Lizenzeinkünfte würden in Malta und Zypern erhoben. In Irland sei die Patentboxregelung im Zuge Finanzhilfen 2011 aufgehoben.
-
Neuntes Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes
587
-
Referentenentwurf für ein Jahressteuergesetz 2026
512
-
Steuerliche Entlastung für kleinere Photovoltaikanlagen ab 2022 und 2023
476459
-
Voraussetzungen und Besonderheiten der steuerfreien Aktivrente
4004
-
Viertages-Zugangsvermutung bei der Bekanntgabe von Steuerbescheiden
3943
-
E-Rechnung
3539
-
Schonfrist für Offenlegung der Jahresabschlüsse 2024
282
-
Neue Pflichtangaben bei Reverse-Charge-Leistungen
257
-
Steueränderungen 2025: Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umwandlungssteuergesetz
129
-
Unbare Altenteilsleistungen in der Land- und Forstwirtschaft
129
-
Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland zum Investitionsabzugsbetrag
09.06.2026
-
Experten fordern Obergrenze beim Ehegattensplitting
03.06.2026
-
Regierungsentwurf zum Gesetz zur Änderung der Verwaltungsgerichtsordnung und anderer Gesetze
28.05.2026
-
Referentenentwurf für ein Jahressteuergesetz 2026
27.05.2026
-
Neuntes Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes
20.05.2026
-
Steuer- und Sozialreformen ohne 1.000-Euro-Prämie
15.05.2026
-
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei strafrechtlicher Vermögensabschöpfung
13.05.2026
-
Koalition will rasch Entlastungsmöglichkeiten finden
12.05.2026
-
Söder und Schwesig raten von Entlastungsprämie ab
11.05.2026
-
Änderung des Gesetzes zum BEPS-MLI
11.05.2026