Altmaier geht für Reform der Unternehmensteuern in Offensive
"Wir müssen die Steuerbelastung auf einbehaltene Unternehmensgewinne auf 25 Prozent senken", sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur. "Damit muss auch eine Netto-Entlastung der Wirtschaft einhergehen. Das erreichen wir vor allem durch Verbesserung bei Berücksichtigung reinvestierter Gewinne für Personengesellschaften."
4 Kernelemente für eine Unternehmenssteuerreform
Zu den 4 Kernelementen für eine Unternehmenssteuerreform zählt laut dem Papier des BMWi :
- das Ziel, Verbesserungen und Entlastungen bei der Thesaurierungsbegünstigung für Personenunternehmen zu erreichen sowie ergänzend ein Optionsmodell zur Körperschaftsbesteuerung einzuführen.
- Die gestiegene Gewerbesteuerbelastung durch höhere Hebesätze der Gemeinden könnte durch eine höhere Anrechnung auf die Einkommensteuer und durch die Einführung der Anrechnung bei der Körperschaftsteuer ausgeglichen werden: "Dadurch würde die Gesamtsteuerbelastung von Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften gemindert."
Der Körperschaftsteuersatz von aktuell 15 Prozent solle moderat abgesenkt werden.
Schließlich sollten gewerbesteuerliche Hinzurechnungen schrittweise abgeschafft werden. Denn Hinzurechnungen wirkten sich für Unternehmen als substanzbesteuernde Belastung aus.
Wie steht das BMF zu den Plänen?
"Ich freue mich, wenn es im Bundesfinanzministerium jetzt Diskussionen beim Thema Unternehmenssteuerreform gibt", sagte Altmaier. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" prüft das Finanzministerium ein Konzept für eine Unternehmenssteuerreform. Ein Sprecher von Finanzminister Olaf Scholz wies dies allerdings als "ziemlichen Unsinn" zurück. Es gebe keine entsprechenden Pläne, das habe Scholz gerade erst beim Arbeitgebertag am Dienstag betont.
Scholz hatte Forderungen nach niedrigeren Unternehmenssteuern abgelehnt. Ein internationaler Steuersenkungswettbewerb müsse vermieden werden, denn sonst bestehe die Gefahr, dass der Staat seine Aufgaben nicht mehr erfüllen könne. Stattdessen müsse es eine globale Mindestbesteuerung geben.
"Aufbruchsignal" an die Wirtschaft
Die Spitzenverbände der Wirtschaft und Altmaier fordern seit langem auch mit Blick auf die schwächere Konjunktur steuerliche Entlastungen für Unternehmen. Altmaier hatte auf dem Arbeitgebertag ein "Aufbruchsignal" an die Wirtschaft gefordert. Wenn nach dem SPD-Parteitag im Dezember klar sei, dass die große Koalition weitergehe, könne dieses Signal an die Wirtschaft im ersten Halbjahr gegeben werden: "Wir sollten nicht warten, bis aus einer wirtschaftlichen Verschnaufpause eine wirkliche Rezession geworden ist."
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