28.06.2013 | Top-Thema Blick auf die Rente – Bestehen Lücken in unserer Altersversorgung?

Eigene Altersvorsorge auf mehrere Säulen stellen

Kapitel
Altersversorgung auf mehrere Säulen verteilen!
Bild: Haufe Online Redaktion

Sich im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rentenversicherung zu verlassen, reicht heutzutage nicht mehr. Wer auch seinen gewohnten Lebensstandard halten möchte, sollte sich frühzeitig Gedanken über eine zusätzliche Altersvorsorge machen. Sie ruht in Deutschland auf 3 Säulen.

Die Säulen umfassen die

•          gesetzliche Rentenversicherung,

•          betriebliche Altersversorgung und

•          private Altersvorsorge.

Eine gute Mischung

Mit der Rentenreform 2001 hatte der Gesetzgeber festgelegt, dass künftige Rentner weniger Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Gleichzeitig hat er allerdings beschlossen, die kapitalgedeckte Altersvorsorge mit der sog. «Riester-Rente» zu fördern. Damit sollten die finanziellen Einschnitte so gering wie möglich gehalten werden. Im Gegensatz zu der gesetzlichen Rentenversicherung, die im Umlageverfahren finanziert wird, basieren die betriebliche und private Altersvorsorge auf dem Kapitaldeckungsverfahren.

Vorsorge ist individuell

Jede Form der Vorsorge hat seine Vor- und Nachteile. Welches Verfahren das Beste ist, hängt von der persönlichen Lebensplanung ab. Welche Ziele und Wünsche habe ich und welche sind finanziell für mich machbar? Nicht ganz unbedeutend ist hierbei auch die eigene Einstellung: Bin ich bereit für höhere Rendite auch ein höheres Risiko einzugehen oder steht für mich die Sicherheit im Vordergrund? Jeder muss also die für sich passende Vorsorge finden. Einfach ist dies allerdings nicht.

Betrieblich oder privat?

Seit 2002 haben alle Arbeitnehmer den gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung vonseiten ihres Arbeitgebers. Dieser organisiert die Durchführung und bestimmt die Anlageform. Es wird zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfinanzierung (im Rahmen der Entgeltumwandlung) unterschieden. Allerdings sind auch Mischformen möglich. In allen Fällen sind die gezahlten Beiträge steuer- und beitragsfrei. Bei der Entgeltumwandlung sollte allerdings beachtet werden, dass die Beiträge das Bruttoentgelt mindern. Für diesen Anteil werden also keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt. Es entsteht somit auch ein geringerer Rentenanspruch.

Kapitallebensversicherung als Absicherung für Hinterbliebene

Mit einer privaten Rentenversicherung kann durch die laufende Zahlung von Beiträgen, aber auch durch einen einmaligen Beitrag dafür gesorgt, dass ab Beginn des Ruhestands und bis ans Lebensende eine monatliche Rente bezogen wird. Für die Absicherung von Hinterbliebenen kommt meist eine Kapitallebensversicherung in Betracht. Neben den klassischen Versicherungen gibt es aber auch eine Vielzahl anderer Anlageprodukte, mit denen Geld für das Alter gespart werden kann. Es gibt viele Möglichkeiten privat vorzusorgen - vom Sparplan bis zu Investmentfonds, aber auch von Staatsanleihen bis hin zu Edelmetallen. Was persönlich geeignet ist, hängt entscheidend vom Zeithorizont und den finanziellen Verhältnissen ab. Empfehlenswert ist ein guter Mix aus mehreren Anlageformen, die individuell am besten passen.

Anlage oder Immobilie?

Für viele Menschen stellt die selbstgenutzte Immobilie einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge dar. Durch den Besitz eines Hauses oder einer Wohnung ist im Alter ein mietfreies Wohnen möglich. Der Vorteil liegt somit klar auf der Hand. Auch der Gesetzgeber hat dies erkannt und im Jahr 2008 den sog. «Wohn-Riester» eingeführt, durch den die Finanzierung einer Immobilie staatlich gefördert wird. Die steuerliche Förderung erhält, wer einen Bausparvertrag oder ein Baudarlehen, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, abschließt.

Besitzer einer Immobilie sollten allerdings frühzeitig Rücklagen für eventuelle Reparaturen und Renovierungen bilden.

Schlagworte zum Thema:  Rentenversicherung, Entgeltumwandlung, Altersversorgung, Rente, Renteneintritt

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