| Ärzteverteilung

Abbau der ärztlichen Überversorgung in Städten

Gröhe will Ärztemangel auf dem Land entgegentreten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will mit einem neuen Gesetz gegen den Ärztemangel auf dem Land vorgehen. Überversorgung von Ärzten in manchen Städten soll hingegen abgebaut werden. Zugleich soll die Krankheitsvorbeugung von der Kita bis in die Altenpflege gestärkt werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will mit einem neuen Gesetz den Ärztemangel eindämmen. Noch im Herbst werde er den Entwurf für ein Versorgungsstärkungsgesetz vorlegen, sagte Gröhe am 9.9.2014 im Bundestag.

Gröhes Pläne für eine bessere Ärzteverteilung

«Wir brauchen eine bessere Verteilung der Ärzte.» Die Regierung wolle dem bereits bestehenden oder noch drohenden Mangel in ländlichen Regionen begegnen. Überversorgung durch Ärzte etwa in manchen Städten solle dagegen abgebaut werden.
Terminservicestellen bei der Ärzteschaft sollten eine rasche Vergabe von Facharztterminen für Patienten sicherstellen, bekräftigte Gröhe. Krankenhäuser würden unter bestimmten Voraussetzungen stärker für die ambulante Versorgung geöffnet.

Bisheriges Gesetz war keine Lösung für Landärzte-Mangel
Bereits 2012 war ein Gesetz in Kraft getreten, das für mehr Landärzte sorgen sollte. Die Wirkungen waren laut Studien aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So zeigte eine Erhebung der Bertelsmann Stiftung im Juli, dass weiterhin etwa ein Drittel der Kinder-, Frauen- und Augenärzte in Großstädten arbeite - obwohl nur ein Viertel der Bevölkerung dort lebe.
Ein Präventionsgesetz, das bis Jahresende vorgelegt werden solle, werde die Vorbeugung vor Krankheiten von der Kita bis in die Altenpflege stärken, kündigte Gröhe an. Entsprechende Gesetzesvorhaben waren unter den Vorgängerregierungen gescheitert.

Erkenntnisse  durch Pflegereform bei Demenzkranken sollen berücksichtigt werden
Die schwarz-rote Pflegereform mit der Öffnung der gesetzlichen Pflegeversicherung verstärkt auch für Demenzkranke werde wie angekündigt umgesetzt, so Gröhe. Derzeit würden in über 4000 Fällen Pflegebedürftige wie bisher in die Versicherung eingestuft - aber probeweise zugleich auch nach bereits erstellten, neuen Kriterien. Die Ergebnisse würden zu Beginn des kommenden Jahres in den Gesetzgebungsprozess eingebracht.
Im Herbst werde zudem ein E-Health-Gesetz vorgelegt, das etwa die weitere Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte verbessern solle, bekräftigte der CDU-Politiker weiter.
Linke und Grüne kritisierten die Gesundheitspolitik der Koalition.

dpa / Haufe Online Redaktion

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