Internationale Arbeitsgruppe unter Vorsitz der BfDI beschließt Papiere zu LLMs und Data Sharing
Die „Internationale Arbeitsgruppe für Datenschutz in der Technologie“ (IWGDPT), auch „Berlin Group“ genannt, hat unter dem Vorsitz der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI), Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, zwei neue Arbeitspapiere angenommen: ein Papier zu „Large Language Models“ (LLMs) und ein Papier zum Thema „Data Sharing“. Dabei geht es um die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten für das Training großer KI-Sprachmodelle und datenschutzfördernde Technologien zum Datenteilen.
Arbeitspapier zum Spannungsfeld KI-Modelle und personenbezogene Daten
Die rasante Verbreitung von KI-Modellen, insbesondere von KI-Assistenten zum Generieren von Texten, die auch als Large Language Models (LLMs) bezeichnet werden, ist aus datenschutzrechtlicher Sicht höchst problematisch. LLMs sind hochkomplexe KI-Systeme, die mit großen Datenmengen trainiert werden, die häufig auch personenbezogene Daten enthalten. Die Internationale Arbeitsgruppe für Datenschutz in der Technologie (IWGDPT), die von der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI), Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, geleitet wird, hat ein Arbeitspapier veröffentlicht, das die Risiken von LLMs für den Datenschutz behandelt und zeigt, wie diesen „mit einem effektiven Verständnis der Funktionsweise der Technologie“ begegnet werden kann.
Berlin Group |
Für das Training großer KI-Sprachmodelle sind hochwertige Trainingsdaten erforderlich. Werden dabei personenbezogene Daten verarbeitet, muss dies transparent und datenschutzrechtlich einwandfrei geschehen. Für den angemessenen Umgang mit den Trainingsdaten, den Einsatz der KI-Modelle und die „effektive, Innovationen konstruktiv begleitende Aufsicht“ ist eine umfassende Analyse erforderlich. Das LLM-Arbeitspapier der Berlin Group zeigt, wie dies gelingen kann.
Arbeitspapier zum datenschutzkonformen Datenteilen
Das zweite Arbeitspapier, das von der Berlin Group beschlossen wurde, beschäftigt sich mit dem Thema Data Sharing, also dem Teilen von Daten.
Data Sharing |
Das Teilen von Daten zwischen Unternehmen und Organisationen kann unter Umständen zu größeren Datenschutzverstößen und Datenmissbrauch führen. Die Hinweise im Data Sharing-Papier der Berlin Group sollen zur Entwicklung einer vertrauenswürdigen Austausch- und Rechenumgebung beitragen. Das Potenzial eines sicheren und geschützten Datenaustauschs soll maximiert werden, die Datenschutzgrundsätze aber dennoch gewahrt bleiben.
Das Arbeitspapier zeigt Wege auf, die eine datenschutzkonforme Anwendung und die Umsetzung von Innovationen ermöglichen. Datenschutzfördernde Technologien, sogenannte Privacy-Enhancing Technologies, spielen dabei eine besonders wichtige Rolle.
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