| Koalitionsvertrag

Verlängerte Verjährungsfrist bei Sexualstraftat gegen Minderjährige

Strafanspruch der Opfer soll auch noch nach langer Zeit greifen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Fast-Koalitionspartner haben ein heißes Eisen angefasst. Sie wollen die Verjährung bei sexuellen Straftaten gegen Minderjährige und andere Schutzbefohlene  deutlich verlängern. Das soll bei Missbrauchsfällen den Betroffenen die nötige Zeit einräumen, Straftaten als solche einzuordnen und den Abstand zu gewinnen, rechtlich darauf reagieren zu können.

Insbesondere im Interesse minderjähriger Opfer sollen Sexualstraftaten deutlich später verjähren.

Unrecht kann oft erst nach Jahren realisiert und verfolgt werden

Viele Opfer können, insbesondere bei Straftaten im häuslichen oder sonstigen nahen Umfeld  (Schule, Verein, Kirche etc.) erst nach Jahren und Jahrzehnten über das geschehene Unrecht sprechen und haben den Mut und die Möglichkeiten,  gegen Täter vorgehen.

Verjährung soll nicht vor dem 30. Lebensjahr der Missbrauchsopfer

Die strafrechtliche Verjährung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche soll zukünftig nicht vor dem 30. Lebensjahr der Missbrauchsopfer einsetzen. Vor dem Hintergrund, dass ein sexueller Übergriff gegen den Willen eines widerstandsunfähigen Opfers als besonders schwerer Fall des sexuellen Missbrauchs ist, soll ein lückenlosen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen zu gewährleisten.

Das betrifft auch andere, aus sonstigen Gründen wie Behinderung Schutzbefohlene, die Opfer von Straftaten werden.  Entsprechend soll der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in § 174 StGB erweitert werden.

 

Schlagworte zum Thema:  Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Verjährung

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