Gute Arbeit ist außer Sichtweite. Denn Unternehmen sind noch immer häufiger Leidensmaschinen als Glücksquellen. Zugegeben, eine gewagte These, der Unternehmensverantwortliche vermutlich gerne widersprächen. Doch was ist dran? Und wie sähe sie aus, die "gute" Arbeit? Eine Suche nach Gründen und Lösungen.
Arbeit ist noch immer (ungewollte) Sterbehilfe. Nach 50 Jahren "neuer Arbeit" und unzähligen Umstrukturierungen, Agilitätsmaßnahmen und Yogakursen stehen wir sprachlos vor einem Scherbenhaufen: "Gute" Arbeit scheint in weiter Ferne. In fast allen Ländern, so eine Expertenbefragung der ILO, nehmen psychische Belastungen am Arbeitsplatz und damit verbundene Krankheiten wie etwa Herzinfarkte zu. Der amerikanische Organisationsforscher Jeff Pfeffer bringt es auf den Punkt: Schlechte Jobs kosten Leben – in den USA ist Arbeitsstress schon heute die fünfthäufigste Todesursache. Und auch innerlich sterben wir langsam ab. So zeigt eine kürzlich bei McKinsey erschienene Studie, dass über 70 Prozent der Befragten den Sinn ihrer täglichen Arbeit vermissen. Wen wundert‘s da, dass allem Geschwafel von "neuer Normalität" zum Trotz gerade eine globale "YOLO"-Welle ("You Only Live Once") über uns hereinbricht: Bis zu 40 Prozent der Teilnehmenden unterschiedlicher Studien geben frustriert zu, dass sie b...
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