Führen mit Ambidextrie: Messinstrument und Erkenntnisse

Die Idee der "beidhändigen Führung" leuchtet sofort ein: Nicht der eine Weg führt zum Erfolg, sondern die Kombi­nation von verschiedenen Führungsstilen je nach Situation und Zielsetzung. In der Praxis aber bleibt häufig unklar, wie Ambidextrie konkret gelebt werden kann und welche Kompetenzen es dafür be­nötigt. Gudrun Töpfer hat ein Instrument zur Stand­ort­bestimmung entwickelt und zeigt so, was Ambi­dextrie in der Praxis bedeuten kann.

Als beidhändig bezeichnen wir Personen, die mit der linken Hand (annähernd) gleich gut schreiben können wie mit der rechten. Im Organisationskontext bezieht sich Beidhändigkeit auf das Zusammenwirken zweier entgegengesetzter Modi (oder auch: "Betriebssysteme"): Im sogenannten Exploit-Modus stehen Prozesse des Bewahrens und der operativen Exzellenz im Vordergrund des Denkens und Handelns. Ziel ist es, Vorhandenes weiterzuentwickeln und zu optimieren; Veränderung erfolgt in der Regel inkrementell. Im sogenannten Explore-Modus hingegen geht es um Prozesse der Innovation. Ziel ist es, Neues zu schaffen (zum Beispiel Produkte oder Prozesse) und Bestehendes – soweit nötig – zu überwinden. Veränderung erfolgt grundlegend und nicht selten disruptiv.

Ambidextrie bezeichnet eine – wie auch immer ausgestaltete – Koexistenz beider Modi. Als theoretisches Konstrukt klingt das durch und durch plausibel, war bislang aber zu wenig ausdifferenziert, um daraus konkrete Handlungen ableiten zu können. Die ...

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Dies ist ein Beitrag aus der Zeitschrift Personalmagazin.
PM 12 2020

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Schlagworte zum Thema:  Führung, Leadership