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| E-Learning-Messe "Learntec"

Trendthemen wie Mobile Learning sorgen für Besucherplus

Von gestern war auf der "Learntec" nur dieses Dino-Skelett; sonst standen E-Learning-Trends von heute und morgen im Fokus.
Bild: Haufe Online Redaktion

"Erinnern ist das wahre Vergessen": Das war der wohl meistzitierte Satz der Learntec 2016, geprägt hat ihn Keynote-Speaker Onur Güntürkün. Gut erinnern an die Messe werden sich die Veranstalter: Denn ihnen hat sie mit Trendthemen wie Mobile Learning ein Besucherplus von fünf Prozent beschert.

Die diesjährige Learntec, die vom 26. bis 28. Januar in Karlsruhe stattfand, wartete mit einer fünfprozentigen Steigerung der Messe- und Kongressbesucher auf 7.250 Personen auf.

Rund 90 Prozent (2015 waren es 86 Prozent) zeigten sich laut Besucherbefragung mit ihren Besuchsergebnissen rundum zufrieden und wollten die Veranstaltung auch im nächsten Jahr besuchen. Dann feiert die Learntec ihren 25. Geburtstag.

Jeder zweite Besucher nutzt Messe-Kongress-Kombi

Mehr als die Hälfte der Besucher, die zur Learntec-Messe kamen, hatten sich in diesem Jahr auch Eintrittskarten für den Learntec-Kongress gekauft. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Zuwachs. Besonderen Anklang fanden die Kongress-Keynotes von Frank Riemensperger, Accenture-Deutschlandchef, der zum Thema "Kollege Roboter – Deutschland braucht eine Digitale Lernfabrik" referierte und von dem Gehirnforscher Professor Onur Güntürkün, der die Fragen "Wie lernt unser Gehirn und wann arbeitet es mit uns und wann gegen uns?" beantwortete. Güntürkün stellte bei seinem Vortrag die These auf, Erinnern sei das wahre Vergessen – und spielte damit darauf an, dass Erinnerungen im Moment des Erinnerns selbst schon verändert werden (mehr dazu lesen Sie hier).

Professor Peter A. Henning, Mitglied des Kongresskomitees der Learntec, war erleichtert: "Wir freuen uns über das immer größer werdende Interesse am Kongress. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Programm des Kongresses den Puls der Zeit trifft."

Neuer Bereich: "University@Learntec"

Im Laufe der letzten Jahre startete die Messe immer wieder Initiativen, um neue Zielgruppen in die Hallen zu holen. Seit 2014 gibt es zum Beispiel den Themenbereich "School@Learntec" und in diesem Jahr kam der Bereich "University@Learntec" dazu.

Die Aussteller, die im Uni-Bereich untergebracht wurden, befassten sich mit der Digitalisierung der Hochschullehre. Laut Befragung interessierte sich jeder Zehnte für diesen Themenbereich.

Die vor drei Jahren hoffnungsvoll gestartete Sonderfläche "Trainer & Coachs" war in diesem Jahr allerdings nicht mehr auf der Learntec zu finden. Der Berufsverband für Trainer, Berater, Coachs (BDVT) war folgerichtig auch nicht mehr mit einem Stand präsent. Die Strategie, klassische Trainer auf einer E-Learning-Messe mit Personalentwicklern zusammenzubringen, verlief ohnehin von Anfang an nicht sehr überzeugend.

Alumni-Treffen und Start-up-Bereich überzeugen

Auch die "Spinnersuite", ein Treffen von Quer- und Vorausdenkern, die sich für moderne Didaktik begeisterten, wurde in diesem Jahr nicht mehr durchgeführt. Dafür veranstalteten mehrere Anbieter und Verbände von E-Tutoren-Ausbildungsgängen wie zum Beispiel die Fernuniversität Hagen zum ersten Mal gut besuchte Alumni-Treffen auf der Learntec.

Sehr zufrieden war die Messe mit dem Startup-Bereich, auf dem sich mehr als 20 überwiegend neue Aussteller präsentierten. Bei ihnen handelte es sich um Existenzgründungen, die Deutschlands Personalabteilungen gerne diverse Online-Tools verkaufen würden. Zum dritten Mal präsentierte sich zudem der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) mit acht Unternehmen auf einem Gemeinschaftsstand auf der Learntec.

Aussteller: Messe ist "ideale Plattform"

Insgesamt zählte die Messe in diesem Jahr 240 Aussteller (plus sieben Prozent). Während im letzten Jahr die Zahl der Aussteller stagnierte, ist der Zuwachs im Jahr 2016 wohl hauptsächlich der Start-up-Sonderfläche zu verdanken. Die Aussteller sind laut einer Umfrage der Messe sowohl mit der Besucherfrequenz als auch mit der Qualität des Publikums sehr zufrieden.

"Wir haben sehr viele gute Gespräche geführt, von denen einige auch direkt zu einem Abschluss geführt haben", berichtete Michaela Meier, Geschäftsführerin von "Papagei.com", einem Anbieter von Lernvideos. "Es waren sehr viele Entscheider bei uns am Stand, darunter waren auch einige internationale Konzerne, die Standorte in Deutschland haben und unsere Dienste als Sprachlernanbieter für alle Standorte nutzen möchten."

Für langjährige Aussteller wie die "Time 4 you" hat sich die Messe seit Jahren als "ideale Plattform" etabliert, um mit langjährigen Kunden, aber auch neuen Interessenten Geschäfte anzubahnen. "Zu uns kamen gut vorbereite Fachbesucher mit klar definierten Zielen", so Sandra Krych von "Time 4 you".

Mobile Learning ist großer E-Learning-Trend

"Mobile Learning" ist laut MMB-Institut (mehr dazu lesen Sie in Ausgabe 03/2016 der Wirtschaft + Weiterbildung, die am 26. Februar erscheint) einer der ganz großen und noch dazu für die Anbieter profitablen E-Learning-Trends. Auf der Learntec findet man kaum einen Anbieter, der nicht auch etwas "Mobiles" anbietet. "Wir liefern nur noch mobilfähige Inhalte", sagt etwa Hajo Noll, Geschäftsführer von "Canudo", einem Spezialisten für interaktive Inhalte.

Die in den vergangene Jahren stark gewachsene Agentur lockt die Besucher mit einem Betonmischer auf den Stand. Er stehe für die E-Learning-Baustelle, die derzeit in den meisten Unternehmen anzutreffen sei, so Noll. Der Renner auf Nolls Baustelle ist aber auch eine Quizz-App, die sich sehr gut dazu eignet, sich via Smartphone Wissen anzueignen und seinen Wissensstand mit dem der Kollegen spielerisch zu vergleichen.

"Lernhäppchen" zurzeit hoch im Kurs bei Personalern

Dass "Mobile Learning" nicht nur "etwas auf dem Smartphone anschauen" heißt, sondern wesentlich mehr ist, konnte am auf dem Stand der TTS GmbH, Heidelber, erleben. Dort gab es "Realworld Context Solutions" zu bestaunen. Auf dem Messestand waren überall kleine Sender verteilt, die eine App auf einem Tablet aktivierten. So wurden kontextbezogene Informationen abgerufen. Stand man zum Beispiel neben der großen Orangenpresse, zeigte einem die App automatisch, wie die Presse zu bedienen war.

Auf ein ganz anderes Schwerpunktthema machte Werner Kohn, Geschäftsführer der Viwis GmbH, aufmerksam. Insbesondere Autorentools würden derzeit stark nachgefragt, da viele Unternehmen einfache Inhalte selbst als Online-Lernhäppchen erstellen wollten.

Viele Personaler suchten keine langen E-Learning-Kurse mehr, sondern nach Möglichkeiten, "knackige", kurze Lerneinheiten zu produzieren, mit denen sich dann die firmeneigenen Online-Bibliotheken bestücken ließen.

 

Termintipp: Wer sich den Termin zum 25. Geburtstag der Learntec schon vormerken möchte: Messe und Kongress finden dann vom 24. bis 26. Januar 2017 wieder in Karlsruhe statt. Weitere Infos finden Sie unter www.learntec.de.

 

Mehr zur Messe "Learntec" und zum Thema "E-Learning"  unter anderem zu den oben erwähnten Ergebnissen der Delphi-Befragung des MMB-Instituts – lesen Sie in Ausgabe 03/2016 der Wirtschaft + Weiterbildung, die am 26. Februar erscheint.

Autor


ist freie Journalistin – und beobachtet unter anderem für www.haufe.de/personal und "Wirtschaft + Weiterbildung" die Trends auf dem E-Learning-Markt. Ihre Schwerpunktthemen sind das Lernen mit digitalen und sozialen Medien.

E-Learning, Personalentwicklung, Weiterbildung, Mobile

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