Berufsrückkehrerinnen in Ostdeutschland streben mit 80 Prozent weit häufiger eine Vollzeitstelle an als die westdeutschen Frauen – da sind es weniger als 30 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Die Gründe dafür sind vielfältig: "Zum einen dürften die Unterschiede darauf zurückzuführen sein, dass das Betreuungsangebot gerade für Kleinkinder in Ostdeutschland immer noch deutlich besser ausgebaut ist als im Westen", schreiben die Autoren der IAB-Studie. Daneben würde die bereits in DDR-Zeiten positivere Einstellung zur Erwerbstätigkeit von Müttern eine Rolle spielen. Hinzu kämen ökonomische Gründe, da mit einer Teilzeitstelle die Versorgung der Familie oft nicht gesichert werden kann und auch das Arbeitslosigkeitsrisiko der Männer höher ist als in den alten Bundesländern.

 

Ungenutztes Potenzial "Stille Reserve"

Zusätzlich zu den arbeitsuchend gemeldeten Berufsrückkehrerinnen gibt es noch ein großes Potenzial an Personen, die zur Arbeitsaufnahme bereit wären, sich aber nicht arbeitsuchend gemeldet haben: die sogenannte "Stille Reserve". Im Vergleich zu den Frauen in der Stillen Reserve sind die gemeldeten Berufsrückkehrerinnen jünger, öfter alleinerziehend und müssen häufiger zur Sicherung des Familieneinkommens beitragen. Frauen in der Stillen Reserve sind dagegen eher vom Ehemann finanziell abgesichert.

Das IAB sieht hier erhebliche ungenutzte Potenziale für den Arbeitsmarkt: Die Mehrheit der rund 100.000 Berufsrückkehrerinnen und der annähernd 300.000 Frauen in der Stillen Reserve hat eine berufliche Ausbildung.