Business Schools müssen Weiterbildungsthemen ändern
MBA-Absolventinnen und -Absolventen haben vielfältige Weiterbildungs- und Entwicklungsbedürfnisse. Das zeigt eine gemeinsame Studie der Association of MBAs (AMBA) und Business Graduates Association (BGA). Mehr als ein Drittel (34 Prozent) hat sich nach dem MBA-Studium an der gleichen Business School weitergebildet. Die meisten Alumni sind an technikbezogenen Weiterbildungen interessiert.
Weiterbildungen an Business Schools: technischer Nachholbedarf
Das beliebteste Thema, das von den Befragten genannt wurde, war die Datenanalyse für Manager (47 Prozent), dicht gefolgt von digitaler Strategie (45 Prozent). Weitere beliebte Themen unter den Umfrageteilnehmenden waren Strategieumsetzung (42 Prozent), globale Führung (41 Prozent), globale Strategie (39 Prozent) und Innovation (36 Prozent).
Themen und Module, die in den traditionellen MBA-Programmen zu den Kernelementen gehören, sind laut der Studie für Auffrischungskurse kaum gefragt. Weniger als ein Fünftel der Befragten war an zusätzlichen Executive Trainings mit den Schwerpunkten Wirtschaftswissenschaften (19 Prozent), Supply Chain Management (17 Prozent), strategisches Personalmanagement (16 Prozent), Wirtschaftsethik (16 Prozent), Statistik (15 Prozent) oder Rechnungswesen (12 Prozent) interessiert.
Generelle Zufriedenheit mit inhaltlichen Lücken
Fast drei Viertel der Alumni, die an postgradualen Angeboten zum lebenslangen Lernen der Business Schools teilgenommen hatten, waren damit "sehr zufrieden" (32 Prozent) oder "ziemlich zufrieden" (41 Prozent). Weniger als drei Prozent gaben an, mit den durchgeführten Angeboten unzufrieden zu sein.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Zufriedenheit mit den Auswirkungen, die das MBA-Studium auf die berufliche Laufbahn hat: 71 Prozent waren damit "sehr zufrieden" oder "ziemlich zufrieden". Insgesamt gab der größte Teil der Befragten (54 Prozent) an, dass sie sich mehr Networking-Möglichkeiten gewünscht hätten, wobei dieser Wunsch im Lauf der Karriere abnimmt: Absolventinnen und Absolventen, deren MBA-Studium 16 bis 20 Jahre zurückliegt, äußerten diesen Wunsch deutlich seltener (37 Prozent). Weitere Wünsche galten Wissen und Fähigkeiten zur Unternehmensgründung (37 Prozent), der profitablen Unternehmensführung (34 Prozent) und mit Zuschnitt auf die eigene Branche (31 Prozent). Eine bessere Qualität des Unterrichts hätten sich nur 22 Prozent der Befragten erhofft.
Gesellschaftliche Themen werden in der Weiterbildung wichtiger
Auch Social-Impact-Themen hatte die Umfrage im Blick, unterteilt in drei Aspekte: Mehr Input dazu, wie sich das eigene Geschäft auf die Außenwelt auswirkt, hätten sich 29 Prozent erhofft, umfassende Themen mit Bezug zur Gesellschaft 28 Prozent und mehr Lehrplaninhalte zu Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit 25 Prozent. Diese Art der Inhalte vermissten insbesondere MBA-Absolventinnen und Absolventen, deren Studium schon länger zurückliegt. Bei denjenigen, die vor 16 bis 20 Jahren ihren Abschluss gemacht haben, liegen die Werte zwischen 34 und 39 Prozent.
Weiterbildung von MBA-Alumni: Studienmacher sehen Handlungsbedarf
Für die Studie hatten AMBA und BGA in der Zeit vom März bis Mai 2020 2.110 MBA-Alumni befragt, die mehrheitlich aus Europa ohne und mit Vereinigtem Köngireich (29 Prozent und 20 Prozent) kamen. Trotz der generellen Zufriedenheit mit den Angeboten der Business Schools, mahnen die Studienmacher angesichts des hohen "Dursts nach ständiger Weiterentwicklung" die Business-School-Gemeinschaft, gemeinsam zu handeln: "Mit dem Aufkommen von adaptivem Lernen und künstlicher Intelligenz ist 'Business as usual' nicht länger tragbar. Traditionelle Business Schools können nicht weitermachen, ohne sich grundlegend zu verändern", sagte David Woods-Hale, Direktor für Marketing und Kommunikation bei AMBA und BGA.
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