Cybersecurity Workforce Study

Kompetenzmangel in Cybersicherheitsteams gefährdet Unternehmen


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Eine aktuelle Studie offenbart gravierende Kompetenzmängel in Cybersicherheitsteams, die Unternehmen weltweit vor Herausforderungen stellen. In Deutschland zeigt sich das besonders deutlich: Über 92 Prozent der Befragten berichten von Sicherheitsproblemen durch fehlendes Know-how.

Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf in Sachen Cybersicherheit. Das ist das Ergebnis einer Studie der gemeinnützigen Mitgliedervereinigung für Cybersicherheitsfachleute (ISC2). Demnach fehlt es in Cybersicherheitsteams an Kompetenzen in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud-Sicherheit – was die Fähigkeit eines Unternehmens erheblich beeinträchtigt, sich effektiv zu schützen.  

Cybersicherheitsvorfälle sind keine Seltenheit

Im Rahmen ihrer internationalen "2025 Cybersecurity Workforce Study" hat die ISC2 insgesamt 16.029 Expertinnen und Experten aus der Cybersicherheitsbranche befragt. In Deutschland berichteten 92 Prozent der Befragten, mindestens einen Cybersicherheitsvorfall aufgrund von Kompetenzdefiziten innerhalb des Teams oder des gesamten Unternehmens erlebt zu haben. Darunter fallen Vorfälle oder Schäden, die durch Sicherheitslücken entstehen – etwa Datenverluste, Cyberangriffe oder Systemausfälle.

Zudem gaben 77 Prozent der deutschen Teilnehmenden an, von mehreren Sicherheitsvorfällen betroffen gewesen zu sein, die auf den Mangel an Fachkenntnissen zurückzuführen sind. Damit liegt Deutschland über dem globalen Durchschnitt, wo 88 Prozent mindestens einen schwerwiegenden Vorfall und 69 Prozent mehrere Vorfälle aufgrund des Kompetenzmangels angaben.

Eingeschränkte Budgets für Cybersicherheit

Budgetbeschränkungen in Unternehmen beeinflussen ebenfalls die Fähigkeit, die erforderlichen Kompetenzen in Cybersicherheitsteams abzudecken. Laut der Studie konnten 43 Prozent der Befragten in Deutschland (global: 30 Prozent) nicht genügend Fachkräfte finden, um ihre Teams angemessen zu besetzen. Darüber hinaus berichtete gut ein Viertel der Unternehmen, dass die finanziellen Mittel fehlten, um Fachkräfte mit den benötigten Fähigkeiten einzustellen. Immerhin schnitt Deutschland in diesem Punkt etwas besser ab als der globale Durchschnitt von 33 Prozent.  

Cybersecurity: Mitarbeitende haben Kompetenzlücken

Neben der Schwierigkeit, qualifizierte Mitarbeitende zu finden oder dem Mangel an Budget, ist auch das Kompetenzniveau der bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein zentrales Problem. Laut der Studie gaben neun von zehn Befragten an, mindestens eine Kompetenzlücke zu haben. Bei kritischen oder erheblichen Kompetenzlücken sank dieser Wert jedoch auf 40 Prozent, wo er global bei 59 Prozent lag. In Deutschland haben sich diese kritischen oder erheblichen Kompetenzlücken im vergangenen Jahr sogar verschärft und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozentpunkte.  

In Cybersicherheits-Kompetenzen investieren 

Will ein Unternehmen die vorhandenen Kompetenzen verbessern, muss es nicht zwangsläufig neue Mitarbeitende einstellen. Zwar mag es mitunter erforderlich sein, die Belegschaft zu erweitern – doch kann es auch effektiv sein, Cybersicherheitskompetenzen in bestehenden Teams gezielt zu fördern, wie die Studienautorinnen und Autoren betonen. Demzufolge sei eine zentrale strategische Maßnahme, explizite Budgets für die Weiterbildung der Mitarbeitenden zuzuweisen. So gab jede dritte befragte Person in Deutschland an, dadurch motiviert zu werden. Die Studienautorinnen und -autoren folgern daraus, dass es eine wirksame Lösung darstellen könnte, die berufliche Weiterbildung der bestehenden Cybersecurity-Belegschaft zu priorisieren, anstatt zu versuchen, einzelne Cybersicherheitsfachkräfte mit umfassenden Fähigkeiten einzustellen.  


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