Wie viele Ausbildungsplätze ein Unternehmen braucht
ie Bundesagentur für Arbeit und die Partner des Ausbildungspakts wenden sich in ihrem Aufruf direkt an Unternehmen, Freiberufler und Behörden und fordern sie auf, rechtzeitig in die Sicherung ihres Fachkräftenachwuchses zu investieren. Dabei schlägt die Bundesagentur die folgenden Maßnahmen vor: Die potentiellen Arbeitgeber sollen neue Ausbildungsplätze schaffen und möglichst über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden.
Formel für den Ausbildungsbedarf
Doch wie können die potentielle Ausbilder ermitteln, wie viele Ausbildungsplätze ihr Unternehmen anbieten muss, um den eigenen Bedarf zu decken und idealerweise noch darüber hinaus Nachwuchskräfte zu schulen? Eine einfache Formel hilft hier weiter. Dabei müssen die folgenden Faktoren einbezogen werden:
MA: Zahl der Mitarbeiter in zum Beispiel drei (oder fünf) Jahren
F: geplanter Anteil der Fachkräfte am Personalbestand in Prozent
W: Anteil der voraussichtlich ausscheidenden Mitarbeiter in Prozent
EA: Anteil der Fachkräfte, die voraussichtlich nicht vom Arbeitsmarkt weg eingestellt werden können in Prozent
EQ: Anteil der bestandenen Abschlussprüfungen an den insgesamt eingestellten Lehrlingen in Prozent
Ü: übliche Übernahmequote nach der Ausbildung
Der Bedarf an Auszubildenden ermittelt sich demnach mit der Formel:
(MA × F × W × EA) / (EQ × Ü × 100).
Unternehmen sollten über Minimalbedarf hinweg ausbilden
Ein Praxisbeispiel dazu: Die Mitarbeiterzahl in drei (oder fünf) Jahren sei 90 (MA); der Fachkräfteanteil sei 90 Prozent (F); fünf Prozent der Mitarbeiter scheiden aus (W); 90 Prozent der Fachkräfte können nicht vom Arbeitsmarkt rekrutiert werden (EA); 90 Prozent der Auszubildenden schließen die Ausbildung erfolgreich ab (EQ) und 100 Prozent der erfolgreichen Auszubildenden werden übernommen (Ü). Es ergibt sich folgende Musterrechnung: (90 × 90 × 5 × 90) / (90 × 100 × 100) = 4,05, also vier Auszubildende jährlich. Insgesamt hat das Unternehmen dann, wenn die Ausbildung drei Jahre dauert, zwölf Mitarbeiter in Ausbildung, wenn die Ausbildungsdauer dreieinhalb Jahre beträgt, sind es 16 Lehrlinge.
Diese Formel gibt allerdings nur den Minimalbedarf an. Bei kleinen und mittleren Unternehmen empfiehlt sich daher, den ermittelten Wert um eine spürbare Sicherheitsreserve anzuheben.
Dieser Handlungsempfehlung sollten im Idealfall auch große Unternehmen folgen, denn somit beugt das einzelne Unternehmen letztendlich nicht nur dem internen Fachkräftemangel vor. Durch die Ausbildung von Nachwuchskräften über Bedarf nimmt es vielmehr gleichzeitig die von der Bundesagentur geforderte Verantwortung wahr, Fachkräfte über das eigene Unternehmen hinaus für den Gesamtmarkt auszubilden.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
631
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
501
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
374
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
262
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
204
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
199
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
191
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1804
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
150
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
149
-
Workations brauchen Vertrauen und klare Regelungen
23.03.2026
-
Wie der berufliche Wiedereinstieg gelingt
20.03.2026
-
HR-Kosten steigen trotz Sparzwang
19.03.2026
-
"Wir wollen Transformation in Echtzeit abbilden"
18.03.2026
-
Warum Organisationen eine Talent Roadmap brauchen
18.03.2026
-
Fünf Tipps für erfolgreiche HR-Software-Projekte
18.03.2026
-
Warum mehr Tools oft zu mehr Aufwand führen
18.03.2026
-
Psychopathische Chefs – Mythos oder Realität?
18.03.2026
-
Hilfe für Mitarbeitende im Krisengebiet
17.03.2026
-
In sechs Schritten zum Mobilitätskonzept
17.03.2026