Die Gehälter von Geschäftsführern und Vorstandsvorsitzenden sind um 3,3 Prozent gestiegen. Bild: Corbis

Aktuelle Vergütungsstudien von Kienbaum zeigen, dass Geschäftsführer in Deutschland dreimal mehr verdienen als ihre Führungskräfte. Die Top-Verdiener sind durchweg die Vorstandsvorsitzenden: Sie verdienen 1,4-mal so viel wie die ordentlichen Mitglieder.

Um durchschnittlich 3,3 Prozent heben die Unternehmen die Saläre ihrer Geschäftsführer im Vergleich zum Vorjahr an, das ergeben drei aktuelle Studien von Kienbaum. Die Gehälter der Führungskräfte auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsführung steigen mit 3,2 Prozent fast genauso stark. Bei den Fachkräften ist die Steigerungsrate mit 2,8 Prozent etwas geringer.

Vorsitzende der Geschäftsführung verdienen 1,4-mal so viel wie ordentliche Mitglieder

Innerhalb der Geschäftsführung sind die Vorsitzenden die Spitzenverdiener: Mit durchschnittlich 516.000 Euro ist ihr Gehalt um das 1,4-fache höher als das der ordentlichen Mitglieder, das 362.000 Euro beträgt. Alleingeschäftsführer verdienen mit durchschnittlich 249.000 Euro im Jahr noch einmal deutlich weniger.

Im Durchschnitt ist das Gesamtgehalt der Geschäftsführer mit 366.000 Euro mehr als doppelt so hoch wie das der nächsten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung mit 163.000 Euro. In Konzernen ist der Abstand noch größer: Dort verdienen Geschäftsführer sogar viermal so viel wie die Führungskräfte der ersten Ebene.

Geschäftsführergehälter sind dreimal so hoch wie die der Führungskräfte

Führungskräfte beziehen im Durchschnitt über alle Führungsebenen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 122.000 Euro, Spezialisten erhalten 68.000 Euro und Sachbearbeiter 47.000 Euro. "Damit verdienen Geschäftsführer etwa dreimal so viel wie Führungskräfte, fünfmal so viel wie Spezialisten und achtmal so viel wie Sachbearbeiter", fasst Kienbaum-Vergütungsexperte Arne Sievert zusammen.

Variable Vergütung steigt mit der Verantwortung

Mit 94 Prozent erhalten so gut wie alle Geschäftsführer und 85 Prozent der Führungskräfte eine jahresbezogene variable Vergütung. Bei den Spezialisten sind es zwei Drittel und bei den Sachbearbeitern rund jeder Zweite. Langfristige variable Vergütungskomponenten sind weniger verbreitet, hauptsächlich auf der oberen Führungsebene: "Die Vergütungssysteme von 16 Prozent der Geschäftsführer und sieben Prozent der Führungskräfte sehen mehrjährige Vergütungsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung vor", sagt Hans-Carl von Hülsen, Experte für Vergütung bei Kienbaum.

Die variable Vergütung ist bei den Geschäftsführern am höchsten: Im Schnitt sind es 128.000 Euro im Jahr; das entspricht 30 Prozent des Gesamtgehalts. Bei den Führungskräften sind es 21.000 Euro oder 19 Prozent der Gesamtvergütung und bei den Spezialisten 7.000 Euro beziehungsweise neun Prozent der Gesamtvergütung.

Pharma- und Chemieunternehmen sowie Versicherungen zahlen am besten

Pharmaunternehmen vergüten ihre Geschäftsführer mit 616.000 Euro am besten, gefolgt von der Automobilindustrie mit 566.000 Euro und Chemieunternehmen mit 560.000 Euro. Führungskräfte verdienen mit 172.000 Euro Durchschnittsgehalt in der Assekuranz am meisten, gefolgt von der Pharmaindustrie mit 153.000 Euro und der Chemie- und Mineralölverarbeitung mit 146.000 Euro. Für Spezialisten sind Banken und Versicherungen mit 85.000 Euro Durchschnittsgehalt die zahlungskräftigsten Arbeitgeber, gefolgt von Einzelhandel und Versandhandel mit 79.000 Euro.

Die Ergebnisse stammen aus drei aktuellen Studien der Personalberatung Kienbaum: Für den "Vergütungsreport Geschäftsführer" hat Kienbaum 970 Geschäftsführungspositionen in 493 Unternehmen analysiert, für den "Vergütungsreport Führungskräfte" die Gehaltsdaten von 12.477 Führungskräften aus 1.029 Firmen und für den "Vergütungsreport Spezialisten und Fachkräfte" insgesamt 36.839 Positionen aus 743 Unternehmen.


Tipp: Was die HR-Vorstände der Dax- Unternehmen konkret verdienen lesen Sie in unserem Gehaltsreport Vorstandsvergütung.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Variable Vergütung

Aktuell
Meistgelesen