Wenn Inhaber und Topmanager nicht miteinander können
Neben dem aktiv suchenden Drittel sind weitere 40 Prozent der Topmanager in mittleren Unternehmen (500 bis 1000 Mitarbeiter) offen für neue Angebote. Das zeigt eine Studie des Personalberaters Intersearch Executive Consultants, der dafür 150 Vorstände, Geschäftsführer, Bereichs- und Abteilungsleiter online befragt hat. Die große Wechselfreude unter den Topmanagern mittlerer Unternehmen erstaunt umso mehr, als diese Führungskräfte sich offenbar ganz bewusst für den aktuellen Arbeitgeber entschieden haben: 78 Prozent der Befragten geben an, dass der gesellschaftsrechtliche Hintergrund bei ihrer letzten Arbeitgeberwahl eine große oder sehr große Rolle gespielt habe.
Inhaber prägt die Arbeitskultur im Mittelstand
Nach Einschätzung der Studienautoren ist vor allem die persönliche Beziehung zwischen Topmanager und Inhaber ein wichtiger Grund dafür, dass die oberen Führungskräfte im Unternehmen nicht glücklich werden. "Die Kandidaten unterschätzen häufig, wie wichtig der persönliche Draht in mittelgroßen und vor allem inhabergeführten Unternehmen ist. Ein guter Kontakt zum Inhaber ist zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere", sagt Thomas Bockholdt, Geschäftsführender Gesellschafter von Intersearch. Da der Unternehmenschef im Mittelstand die Arbeitskultur deutlich stärker präge als in Konzernen, könne auch ein Bereichswechsel keine Lösung sein – "denn der Chef mischt sich in der Regel überall ein", so Bockholdt.
Unternehmenskultur entscheidet über Erfolg oder Misserfolg
Dass die Kultur ein wichtiger Faktor ist, der über den Erfolg oder Misserfolg von Managern im Unternehmen entscheiden kann, hatte schon eine vorangegangene Befragungen von Intersearch gezeigt: Hier gaben 31 Prozent der Personalverantwortlichen von Unternehmen bis zu 1.000 Mitarbeitern an, sie hätten sich schon von Managern getrennt, weil diese sich nicht in die Unternehmenskultur einfügen konnten.
Augen auf bei der Einstellung
Um eine spätere Trennung aufgrund solcher oder anderer Schwierigkeiten zu vermeiden, empfehlen die Studienautoren, dass sich Kandidaten und Unternehmen schon im Einstellungsprozess aufeinander einlassen sollten. Danach könnten ein gut konzipiertes Onboarding sowie strukturierte Prozesse helfen, die Manager zu halten. "Eine wohlüberlegte Begleitung in den ersten Monaten ist gerade in Führungspositionen wichtig", sagt Bockholdt. "Durch den regelmäßigen Austausch können beide Parteien sicherstellen, dass sich die jeweiligen Vorstellungen zur Zusammenarbeit decken - oder gemeinsam dafür sorgen, dass sie sich annähern."
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