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Unternehmen müssen die Jugendlichen schon bei der Berufswahl abholen. Ein Orientierungscheck per App kann helfen, Schüler wieder für eine Ausbildung zu begeistern. Bild: Meinestadt.de

Es gibt immer weniger junge Menschen, die einen Ausbildungsberuf anstreben. Viele Jugendliche entscheiden sich nach der Schule gegen eine Ausbildung und für ein Studium. Wie können Arbeitgeber dieser Entwicklung entgegenwirken und dem Azubi- und Fachkräftemangel die Stirn bieten?

Im Ausbildungsjahr 2015 blieben 41.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. 2016 stieg die Anzahl laut aktuellem Bildungsbericht sogar auf 43.500 unbesetzte Stellen. Obwohl das System der dualen Ausbildung sich im Ausland hoher Bewunderung erfreuen kann, ist das Ansehen der Berufsausbildung in Deutschland zuletzt massiv gesunken. Wer kann, macht Abitur, und wer Abitur hat, will studieren.

Um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegen zu wirken und der Berufsausbildung wieder neue Strahlkraft zu verleihen, reicht es nicht mehr aus, nur über die Vorteile wie Praxisnähe, festes Gehalt und hohe Übernahmequoten zu sprechen. Unternehmen müssen bereit sein, durch neue, attraktive Inhalte und Innovationen ein überzeugendes Gesamtpaket für die anspruchsvolle junge Zielgruppe zu liefern. Doch auch die Politik muss aktiv werden. Neue Berufe, wie die Ausbildung zum E-Commerce Kaufmann, die ab 2018 eingeführt werden soll, sind ein Schritt in die richtige Richtung, waren aber auch längst überfällig.

Jugendliche bei der Berufswahl abholen

Viele Schulabsolventen wissen noch nicht, in welche Richtung sie sich beruflich orientieren möchten, selbst wenn sie sich bereits für eine betriebliche Ausbildung und gegen ein Hochschulstudium entschieden haben. Genau hier müssen Unternehmen und Ausbildungsverantwortliche ansetzen. Die Orientierungsphase muss genutzt werden, um Jugendliche wieder vermehrt für die betriebliche Ausbildung zu begeistern.

Neben dem Wissen um die Chancen und Vorteile, die eine Berufsausbildung mit sich bringt, fehlt Jugendlichen oft einfach ein Überblick, welche Ausbildungsberufe es gibt und welcher Beruf am besten zu ihnen passt. Hier brauchen sie Transparenz und Möglichkeiten, sich über das Angebot und die Inhalte einer Ausbildung zu informieren. Unternehmen müssen intensiv daran arbeiten, sich der jungen Zielgruppe zeitgemäß zu präsentieren.

Motivation statt Noten

Früher konnten sich Personalverantwortliche den Luxus leisten, unter allen Kandidaten nur die am besten geeigneten Bewerber herauszusuchen. Unter den heutigen Umständen auf dem Ausbildungsmarkt können sie so nicht mehr vorgehen. Ein modernes und lösungsorientiertes Auswahlverfahren setzt auf Persönlichkeit statt Schulnoten.

Für Personalverantwortliche bedeutet das, über den Tellerrand hinaus zu sehen. Jenseits der bloßen Betrachtung eines Zeugnisses gilt es also, auch Bewerbern ohne Top-Noten eine Chance zu geben und sie im Vorstellungsgespräch lieber auf erfolgversprechende Faktoren wie Motivation, Kommunikationsfähigkeit und Sozialkompetenz abzuklopfen.

Die Zielgruppe richtig ansprechen

Neben dem demografischen Wandel und dem Trend zum Studium gibt es aber auch hausgemachte Probleme bei der Rekrutierung von Azubis. Viele Unternehmen erreichen Jugendliche erst gar nicht, weil sie für ihre Stellenanzeigen die falschen Kanäle wählen. 90 Prozent aller Jugendlichen gehen fast täglich mit dem Smartphone ins Internet und suchen auch dort nach Ausbildungsangeboten. Doch nur die wenigsten Unternehmen verfügen über mobil optimierte Web- und Karriereseiten.

Wer die junge Zielgruppe sinnvoll erreichen will, muss auch bei der Wahl der Recruiting-Kanäle neue Wege gehen und seine Stellenanzeigen dort platzieren, wo die Jugendlichen sie finden – und das ist heute fast nur noch mobil. Schließlich muss der Köder dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Influencer als Verbündete nutzen

In den sozialen Medien haben Influencer wie Blogger, Youtube-Stars und Instagrammer massiv an Bedeutung gewonnen. Manche Influencer erreichen in ihren Fangemeinden mehrere Millionen Menschen, vor allem in der jüngeren Zielgruppe. Sie befassen sich in ihren Beiträgen mit unterschiedlichen Themen wie Mode, Schminktipps, Strick-Anleitungen oder Gaming, sind wichtige Meinungsbildner und für ihre Abonnenten und Follower fast eine Art Lebensberatung.

Influencer üben eine nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion aus, von der auch Unternehmen profitieren können. Ein Beispiel: Mit einer thematisch breit gefächerten Influencer-Kampagne auf Youtube konnte die Azubi-App Talent-Hero insgesamt über 2,7 Millionen Jugendliche zum Thema betriebliche Ausbildung erreichen und über 80.000 neue Nutzer dazugewinnen. Der Erfolg der Kampagne zeigt, wie wichtig den Jugendlichen die Empfehlungen von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten sind und dass sie in sozialen Medien auch für Themen wie Ausbildung und Berufswahl empfänglich sind.

Azubi-Recruiting per App

Die Azubi-App Talent-Hero von Meinestadt.de soll Unternehmen und Ausbildungssuchende wieder zusammenbringen. Talent-Hero ermöglicht den Jugendlichen eine Bewerbung mit Motivationsschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen via App. Dank des vorgelagerten Orientierungschecks auf Basis der Interessen finden Jugendliche heraus, welcher Ausbildungsberuf am besten zu ihnen passt und Unternehmen erhalten motivierte Bewerber. Unternehmen können die App als ihre mobile Karriereseite nutzen und sich mit Stellenanzeigen und einem vollständigen Employer-Branding-Profil als Arbeitgeber präsentieren.

Schlagworte zum Thema:  Recruiting, Fachkräfte, Auszubildende, Mobile Recruiting

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