Soziale Roboter lindern den Corona-Blues
Unterhalter, sozialer Wegbereiter, Mentor und Freund: Diese Typologie für soziale Roboter wurde von einem Forscherteam unter Mitarbeit der Universität Hohenheim in Stuttgart aufgestellt. Laut den Forschern könnten diese Robotertypen für psychisch anfällige Menschen während der Corona-Krise eine wichtige Stütze sein. Denn die Zahl derjenigen Personen, die seelisch unter der Krise und der mit ihr verbundenen Isolation leiden, ist groß.
Die vier Typen sozialer Roboter
Die Wissenschaftler haben vier Robotertypen identifiziert, die eine Stütze für psychisch anfällige Menschen sein können:
- Der Unterhalter-Roboter dient in erster Linie der Zerstreuung, vertreibt kurzfristig die Langeweile, weckt die Freude am Spielen und amüsiert die Menschen.
- Der soziale Wegbereiter besitzt zwar keine emotionale Intelligenz mit körperlichen Berührungen und der Spiegelung sozialer Gesten, kann mit seinem Verhalten jedoch einem sozialen Kontakt sehr nahekommen. Er hilft, positive Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
- Der Mentor-Roboter kann in der Bildung sowie in der Therapie Aufgaben übernehmen, die normalerweise die Anwesenheit eines professionellen Dienstleisters erfordern. Bislang werden Roboter vom Typ "Mentor" allerdings ausschließlich in der Forschung eingesetzt.
- Der Freund als komplexester Roboter-Typ stellt eine quasi-soziale Interaktion her und mindert dadurch die negativen Folgen einer sozialen Isolation, spendet emotionalen Trost und unterstützt damit das kurz- sowie langfristige Wohlbefinden.
Potenziale für den betrieblichen Einsatz
Die Wissenschaftler, die Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen wie soziale Robotik, Sozialpsychologie und Medizin zusammengetragen haben, sehen in der Pandemie vor allem Kinder und ältere Erwachsene über 65 Jahren besonders von den Folgen sozialer Isolation betroffen.
Aber auch die fehlenden Kontakte bei einer reinen Homeoffice-Tätigkeit können zu Beeinträchtigungen führen. Vor allem die zwei Robotertypen "sozialer Wegbereiter" und "Mentor" bieten Potenziale für den betrieblichen Einsatz mit längerfristigen positiven Wirkungen.
Das Wohlbefinden langfristig steigern
"Wir unterscheiden allgemein zwei verschiedene Formen des Wohlbefindens, das hedonistische und das eudämonistische", erläutert Marah Blaurock, Doktorandin am Institut für Marketing und Management in Hohenheim. "Hedonistisches Wohlbefinden wird mit Vergnügen und Glück gleichgesetzt und ist eher eine kurzfristige Steigerung des Wohlbefindens. Im Gegensatz dazu hält bei der eudämonistischen Form die Steigerung des Wohlbefindens eher langfristig an und umfasst Bereiche wie Selbstverwirklichung, persönliches Wachstum und positive soziale Beziehungen."
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