0

| Gesundheitsmanagement

Neue Ausbildung zum betrieblichen Gesundheitsmanager

Betriebliche Gesundheitsmanager sollen künftig eine geregelte Ausbildung durchlaufen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das betriebliche Gesundheitsmanagement steht in immer mehr Unternehmen oben auf der HR-Agenda. Doch das Berufsbild "Gesundheitsmanager im Betrieb" ist bisher nicht geregelt oder geschützt. Der Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement möchte hier Abhilfe schaffen.

Ein Blick auf den in Deutschland bestehenden Ausbildungsmarkt offenbart diverse Aus-, Fort- und Weiterbildungslehrgänge im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM): Die Eingangsvoraussetzungen, der Ausbildungsumfang, Titel und Preise differieren stark laut dem Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM). Um bestimmte Qualitätsstandard im BGM zu etablieren, hat der Verband nun in einem ersten Schritt grundlegende Richtlinien für Fortbildungsstandards entworfen. Aus diesen Vorüberlegungen und aus anderen Quellen (zum Beispiel europäischer Qualifikationsrahmen, einer Marktanalyse, einer Studie zum Anforderungsprofil von Gesundheitsmanager/innen) wurde dann ein dreistufiges Ausbildungskonzeption erarbeitet, das Fachkräfte adäquat an ihre Aufgaben heranführen und als Orientierung für andere Ausbildungsinstitutionen dienen soll.

Der Strukturaufbau der neuen Ausbildungskonzeption wurde am Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) ausgerichtet und berücksichtigt den Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR). Auch wurden Anleihen aus der aktuellen Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit in der Trägerschaft der DGUV entnommen. Die Ausbildung umfasst insgesamt drei Ausbildungs- und Qualifizierungsstufen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Ausbildungsstufe 1: Grundlage und Prüfung

Die erste Ausbildungsstufe ist dreigliedrig: Grundlagenseminar, Selbstlernphase und schriftliche Prüfung. Im fünftägigen Grundlagenseminar werden alle erfolgsrelevanten Inhalte für ein wirksames und evaluationsfähiges BGM dargestellt. Der inhaltliche Aufbau der ersten Ausbildungsstufe dient dabei vor allem der Vermittlung von Basiswissen und Kenntnissen, um einen Gesamtüberblick über das Themenfeld zu schaffen. Im Anschluss an das Grundlagenseminar durchlaufen die Teilnehmer eine kürzere Selbstlernphase. In ihr werden die vermittelten Inhalte individuell vertieft. Dies erfolgt anhand von Literaturlisten, Lernmanualen und weiterer Lernhilfen.

Ausbildungsstufe 2: Fallstudie und Praxisphase

Die zweite Ausbildungsstufe ist ebenfalls dreigliedrig: Fallstudienseminar, Praxisphase und Praxisbericht. Im dreitägigen Fallstudienseminar wird eine komplexe Fallstudie durchgeführt, um den methodischen Hintergrund des BGM zu erfahren und exemplarisch einzuüben. In Anlehnung an die Wichtigkeit der Anforderungen an Projektmanagement, den Umgang mit Konflikten und einer guten ausgebildeten Methodenkompetenz sollen mithilfe der Fallstudie auch die Kompetenzen zur Steuerung des BGM und der Umgang mit Konflikten und Barrieren in der Praxis vermittelt werden. Die Ergebnisdokumentation der in der Praxislernphase umgesetzten Handlungen erfolgt anhand eines Praxisberichts.

Ausbildungsstufe 3: Praxispräsentation und Reflexionsseminar

Der angefertigte Praxisbericht ist die Grundlage für eine Praxispräsentation mit anschließender Kurzdiskussion. Die Praxispräsentation stellt den Nachweis von Vermittlungskompetenzen dar und wird ebenfalls bewertet. Das abschließende zweitägige Reflexionsseminar dient dem moderierten Austausch gemachter Erfahrungen und künftiger Anforderungen an das BGM. Es werden auch die Grenzen und Risiken des Handelns von Gesundheitsmanagern aufgezeigt und diskutiert. Mit der erfolgreichen Teilnahme am Reflexionsseminar erfolgt die Verleihung des Zertifikats "Betrieblicher Gesundheitsmanager", das unbegrenzt gültig ist.

Haufe Online Redaktion

Gesundheitsmanagement, Ausbildung, Betriebliches Gesundheitsmanagement

Aktuell

Meistgelesen