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Körpersprache verstehen und verbessern

Rhetorik: Nicht nur auf die Stimme, auch auf die Körpersprache kommt es an.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ob Präsentation vor der Geschäftsleitung oder Gespräche mit Mitarbeitern: Personaler brauchen Fingerspitzengefühl bei der Kommunikation und sollten auch auf nonverbale Signale achten. Wie Sie Ihre Körpersprache richtig einsetzen, erklärt eine Stimmtrainerin in fünf Schritten.

Sie wollen sicherstellen, dass Ihre Präsentationen und Reden überzeugend sind? Sicheres Auftreten und die richtige Körpersprache können Sie anhand eines Trainingsplans in fünf Schritten üben.

Erstens: Vorbereitung (zwei Wochen vor der Rede)

Lernen Sie Ihren Körper besser kennen, indem Sie sich in unterschiedlichen Situationen beobachten - im Job, Zuhause, beim Sport, in der Bahn. Halten Sie kurz inne und fragen Sie sich: Stehe ich aufrecht? Halte ich Blickkontakt? Sind meine Füße in einer sicheren, offenen Position? Was mache ich mit meinen Händen? Fühle ich mich wohl?

Erinnern Sie sich an eine Situation, in der Sie sich gut fühlen. Welche Körperhaltung nehmen Sie dabei ein? Wenn Sie das herausgefunden haben, können Sie eine sogenannte „Wechselwirkung“ auslösen, denn: Ihre Stimmung beeinflusst Ihre Körperhaltung, und Ihre Körperhaltung beeinflusst Ihre Stimmung. Eine bekannte Übung belegt, dass Menschen, nachdem sie 30 Sekunden auf einen Stift gebissen haben, gute Laune verspüren, da die Lachmuskeln aktiviert sind und dem Gehirn „Freude“ signalisiert wird. Probieren Sie es aus. Es funktioniert

Zweitens: Aufwärmtraining (zehn Minuten vor der Rede)

Kurz vor dem Auftritt ist es wichtig, Körper und Geist daran zu erinnern, wie Sie vor Publikum wirken möchten. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und nehmen Sie 2 Minuten lang eine selbstbewusste Körperhaltung ein. Beispiel: Stehen Sie aufrecht mit erhobener Brust, wenn Sie sich sicher fühlen? Dann stellen Sie sich genau so hin. Ihre aufrechte, starke Körperhaltung überträgt sich auf Ihre Stimmung.

Drittens: Start (wenige Augenblicke vor der Rede)

Für einen Leichtathletik-Sprint oder ein Formel-1-Rennen sind die ersten Sekunden entscheidend. Auch Ihr Auftritt profitiert von einem gelungenen Start, denn für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Durch Ihr „Warm Up“ haben Sie bereits Ihre Gefühlslage positiv beeinflusst. Nun stehen Sie vor Publikum. Kommen Sie zur Ruhe, indem Sie lange ausatmen. So werden Sie locker und entspannt und sammeln Sie Ihre Kräfte. Beste Voraussetzungen für eine gute Performance!

Viertens: Rennen (während der Rede)

Ein gelungener Start ist eine gute Voraussetzung, aber keine Garantie für einen Sieg. Kontrollieren Sie kontinuierlich Ihre innere und äußere Haltung. Ihr Publikum beobachtet sie von Kopf bis Fuß – achten auch Sie darauf! Gibt es eine bestimmte Pose, die Sie einnehmen, wenn Sie sich unwohl fühlen? Spielen Sie ständig an Ihren Haaren? Verschränken Sie Ihre Hände hinter dem Rücken? Prüfen Sie jedes Mal, bevor Sie zum Beispiel zur nächsten Folie wechseln oder zu einem neuen Aspekt übergehen, ob Ihre Gestik noch offen ist.

Fünftens: Analyse (nach der Rede)

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Schauen Sie sich deshalb in regelmäßigen Abständen Videoaufnahmen von Ihren Auftritten an. Nur so sehen Sie sich genauso wie Ihr Auditorium. Nehmen Sie Feedback dankend an, analysieren Sie Ihr „Rennen“, werden Sie sich über Ihre kleinen, persönlichen Macken bewusst (an der Nase reiben, nervöses Husten etc.) - und kontern Sie mit selbstsicheren Posen!

 

Autorin: Monika Drux ist Stimmtrainerin und Dozentin an der Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben

www.management-kommunikation.de

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