Serienelemente
An der Uni Marburg helfen die beiden humanoiden Roboter Nao und Pepper im Lingustikseminar. Bild: Philipps-Universität Marburg | Tabea Weiß

Humanoide Roboter für die Lehre erobern Schlagzeilen und Messebühnen. Und das ist gut so, findet unsere Kolumnistin, denn laut Bildungsexperten wird sich das Lernen mit Robotern durchsetzen. Einige Beispiele geben einen Vorgeschmack auf das, was künftig auch in Unternehmen beim digitalen Lernen möglich sein wird.

In der Hessenschau tauchte im Oktober Roboter Pepper von der Uni Marburg auf, dann in Spiegel-Online, schließlich ganzseitig in der samstäglichen "Beruf und Chance"-Beilage der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Hier teilte er sich die Bühne mit Roboy von der TU München.

Sein Roboter-Kollege Nao von der privaten Jacobs University in Bremen hatte es schon einen Monat früher ins Handelsblatt geschafft.

Lernen mit Robotern wird kommen

Beide Roboter haben gemein, dass sie für die Lehre gedacht sind. Pepper soll seinem "Projektvater" Professor Jürgen Handke bei seinem "Inverted Classroom"-Modell an der Uni unterstützen und Studenten helfen, Gelerntes zu vertiefen. Nao, der Gefühle erkennt und darauf reagieren kann, war Teil eines Projektes, in dem es darum ging, die Wirkung eines Robotertutors auf Kinder im Unterricht zu untersuchen.

Beide sind auch keine Serienprodukte, sondern lediglich Prototypen und Testroboter. Wann sie wie selbstverständlich in Klassenraum, Hörsaal oder Seminar dazugehören, ist nur schwer einzuschätzen. Noch ist die Technik anfällig und teuer. Das sie kommen wird, darin sind sich die Experten jedoch einig.

Messe-Erfolg bleibt aus

Einen Nao-Roboter gibt es auch an der Fachhochschule Erfurt. Von dort war er mit Professor Oksana Arnold auf die "Zukunft Personal" nach Köln gekommen. "Lernen mit dem Roboter" hieß der Programmpunkt, von dem sich die Organisatoren des Forums Corporate Learning & Gamification großen Zulauf versprochen hatten. Der blieb indes aus, obwohl das Forum insgesamt ein großer Erfolg war.

Woran das gelegen haben könnte, rätselte einer der Organisatoren, Professor Wilfried Sommer. Mit Sicherheit war es nicht der Roboter an sich, dieser hübsche und freundliche weiße Kerl mit den großen Augen, der insgesamt ein gutes und gern genommenes Fotomotiv abgab.

Großes Interesse am Lernen mit Robotern

In den Unternehmen ist das Interesse an modernen Weiterbildungsformaten groß. Veranstaltungen wie der "Corporate Learning Mooc" erfreuen sich hoher Teilnehmerzahlen; auf der "Zukunft Personal" waren die Guided Tours zu Corporate Learning im Gegensatz zum vergangenen Jahr ausgebucht.

Die Teilnehmer kamen überwiegend aus Unternehmen, die konkret auf der Suche nach E-Learning-Tools sind oder bereits vorhandene ersetzen und erweitern möchten. Ihnen geht es um neue Konzepte, die verschiedene Lernformate und -formen vereinen und die sie wenn nicht heute, dann morgen umsetzen können. Da bleibt wenig Platz für Zukunftsphantasien.

Blick auf die Zukunft des Lernens

Die aktuelle Berichterstattung zu humanoiden Robotern in der Lehre erfüllt deshalb einen  wichtigen Zweck: Sie richtet den Blick auf die Zukunft, darauf, was in Sachen Digitalisierung von Bildung alles möglich ist. Deshalb wird selbst über Projekte berichtet, die noch in den Kinderschuhen stecken.

So bleibt die Phantasie lebendig und es entsteht auf Dauer der Druck der nötig ist, um die Entwicklung voranzubringen.

Über die Kolumnistin: Gudrun Porath ist freie Journalistin. Sie beobachtet unter anderem für www.haufe.de/personal und "Wirtschaft + Weiterbildung" die Trends auf dem E-Learning-Markt. Ihre Schwerpunktthemen sind das Lernen mit digitalen und sozialen Medien.

Schlagworte zum Thema:  E-Learning, Weiterbildung, Software, Personalentwicklung

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