Immer mehr DAX-Vorstände haben einen MBA

Laut dem DAX-Vorstandsreport 2021 von Odgers Berndtson gewinnt der MBA-Abschluss an Bedeutung: Aktuell haben bereits 20 Prozent der 191 Vorstandsmitglieder einen Master of Business Administration (MBA) in der Tasche – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der DAX-Vorstandsmitglieder mit einem MBA ist in den vergangenen Jahren laufend gestiegen, während die Zahl derer mit Doktortitel rückläufig ist.

Ein Doktortitel ist heute längst nicht mehr die Eintrittskarte in den Vorstand. Seit dem Jahr 2005 analysiert Odgers Berndtson die Profile der Vorstandsmitglieder in den 30 größten börsennotierten Unternehmen. Laut der internationalen Personalberatung ist seit dieser Zeit der Anteil der DAX-Vorstände mit Promotion um zwei Drittel gesunken. Im Jahr 2021 haben nur noch 29 Prozent der DAX-Vorstände promoviert. Währenddessen holt der MBA-Abschluss immer weiter auf. 2021 lag der Anteil der MBA-Absolventen und -Absolventinnen unter den DAX-Vorstandsmitgliedern bei rund 20 Prozent.

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Der MBA gewinnt weiter an Bedeutung

Erstmals seit Beginn der Auswertung liegen unter den Neulingen in den Vorstandsgremien diejenigen mit Promotion und MBA-Abschluss gleichauf – bei je einem knappen Viertel (23 Prozent). Die Studienautoren sehen hier eine Korrelation zu einem weiteren Trend: DAX-Vorstände sind immer seltener Eigengewächse. Das heißt, erstmals wurden mehr Vorstände von außen angeworben als intern befördert. Odgers Berndtson beobachtet eine immer geringer werdende gesellschaftlichen Anerkennung der Promotion – vor allem im Bereich der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Hier könne der MBA durch größeren Praxisbezug punkten sowie durch die besseren Möglichkeiten, den Titel parallel zum Berufsalltag zu erlangen.

DAX-Vorstandsreport 2021

MBA-Studium als Karrierebooster für Frauen?

Unter den Neulingen im DAX sind mehr als ein Drittel Frauen. Eine Frau im DAX-30-Vorstand ist immer Akademikerin, seltener promoviert (nur 18 Prozent). Hier ist der MBA-Anteil besonders hoch: 39 Prozent haben einen Abschluss an einer Business School gemacht. 55 Prozent der DAX-Vorständinnen sind Wirtschaftswissenschaftlerinnen, 18 Prozent Naturwissenschaftlerinnen, neun Prozent Juristinnen und acht Prozent haben sonstige Ausbildungswege durchschritten.

Die DAX-Vorstandsmänner sind hingegen zu 61 Wirtschaftswissenschaftler und bringen noch häufig eine Promotion mit (29 Prozent). 13 Prozent sind Ingenieure, elf Prozent Naturwissenschaftler, sechs Prozent Juristen, drei Prozent Nichtstudierte – vier Prozent haben diverse andere Ausbildungswege. Aber immer häufiger streben die künftigen DAX-Vorständen einen Abschluss an einer Business School an: 17 Prozent haben inzwischen einen MBA.

Den 9. Dax-Vorstandsreport von Odgers Berndtson finden Sie hier zum Download.


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Schlagworte zum Thema:  MBA, Vorstand, Weiterbildung