Betriebe planen mehr Investitionen in die Gesundheitsvorsorge
Deutschlands Gesundheitssystem gehört zu den teuersten der Welt. Laut Statistischem Bundesamt sind die Ausgaben im Jahr 2010 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Demnach wurden 287,3 Milliarden Euro ausgegeben, wovon mit rund 58 Prozent 165,5 Milliarden Euro auf die gesetzliche Krankenversicherung entfielen. Ein Grund sind die durch psychische Krankheiten wie Demenz und Depressionen hervorgerufenen Behandlungskosten im Gesundheitssystem, die sich auf knapp 28,7 Milliarden Euro belaufen. Über 60 Prozent der im Rahmen des Corporate Health Awards auditieren Unternehmen erkennen dieses Problem und sind der Meinung, dass die Arbeitgeber diese Lücken in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge durch betriebliche Gesundheitsleistungen kompensieren sollten.
Die in der Gesundheitsstudie veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass das öffentliche und das betriebliche Gesundheitssystem in Deutschland zwei voneinander getrennte Bereiche sind. Für eine sektorenübergreifende Versorgung gibt es in der Praxis wenig gute Beispiele, da die Abstimmung beispielsweise zwischen Betriebsmedizinern und Hausärzten fehlt. So werden die Untersuchungsergebnisse der jeweiligen Patienten nicht weitergeleitet, was zu unnötigen Kosten führt. Hier brauche es Rahmenbedingungen von Seiten der Politik, die die integrierte Versorgung fördern, fordern die Experten von EuPD Research.
Unternehmenskultur ist der wichtigste Erfolgsfaktor
Weitere Ergebnisse: Drei Viertel der Befragten geben an, dass sie bereits ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt haben. Strukturell aufgehängt wird dieses Thema im überwiegenden Teil der Unternehmen in der Personalabteilung. Neun von zehn Unternehmen mit Gesundheitsmanagement haben auch einen eigenen Gesundheitsmanager fest eingestellt und einen Arbeitskreis etabliert. Als wichtigsten Erfolgsfaktor für das Gesundheitsmanagement nennen die Befragten die Unternehmenskultur (41,7 Prozent). Hier sehen sie allerdings auch den größten Nachholbedarf. Ein aussagefähiges Controlling steht hier an letzter Stelle mit nur 1,9 Prozent der Antworten.
Die Studie fragt auch danach, wie die Gesundheitsmanager die Mitarbeiter zum Mitmachen motivieren. Hier zeigt sich als effizienteste Methode die persönliche Ansprache und mitarbeiterzentrierte Beratungsangebote. Führungskräfte sollten am besten über Schulungen und Seminare sowie über die Darstellung der Ergebnisse aus Gesundheitsbefragungen in den jeweiligen Abteilungen abgeholt werden.
Das Corporate Health Jahrbuch
Das Corporate Health Jahrbuch legt eine Statusanalyse und Handlungsempfehlung Betrieblichen Gesundheitsmanagements im deutschsprachigen Raum vor. Basis der Studie ist ein standardisierter Expertenfragebogen. Diesen haben im jahr 2011 237 Unternehmen ausgefüllt.
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
401
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
293
-
Jeder zweite Babyboomer geht vorzeitig in den Ruhestand
272
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
245
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
180
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
125
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
119
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
118
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1068
-
Mitarbeiterfluktuation managen
994
-
Fachkräfteeinwanderung stark rückläufig
12.08.2026
-
Bürokratieabbau in HR: Wenn weniger mehr ist
11.08.2026
-
New-Work-Barometer 2026: HR ist Bürokratiespitzenreiter
11.08.2026
-
Das Dienstrad: wenn Gesundheit zum täglichen Benefit wird
10.08.2026
-
Der Agenda-Stresstest
07.08.2026
-
Jeder Dritte glaubt nicht mehr ans Leistungsprinzip
06.08.2026
-
Jüngere Bewerber werden bevorzugt – trotz fehlender Qualifikation
05.08.2026
-
Die Savanne lebt – in der Art, wie wir Führung beurteilen
05.08.2026
-
ZP Europe 2026: Praxisimpulse, die HR wirklich weiterbringen
03.08.2026
-
Warum künstliche Schönheit in der Personalauswahl nach hinten losgeht
03.08.2026