"Ich bin mal weg": Auszeiten für Gesundheit und Motivation
Die Deutschen leisten im Schnitt mehr Stunden, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart sind – das hat kürzlich der DGB-Index "Gute Arbeit 2014" gezeigt. Auch eine Studie der Akademie für Führungskräfte unter 1015 Personen belegt dies: Für knapp 40 Prozent der Teilnehmer sind Überstunden demnach öfter als zwei Tage pro Woche die Regel, für 35 Prozent sogar täglich. Als hauptsächliche Gründe für die Extra-Arbeit nennen die Befragten ein allgemein zu hohes Arbeitsaufkommen und zeitintensive Projektaufgaben, die sie zusätzlich zur normalen Arbeit erledigen müssen.
Die zusätzliche Arbeitsbelastung bleibt offenbar nicht ohne Folgen, denn eine große Mehrheit von mehr als 90 Prozent der Befragten sagt, ihre Arbeit wirke sich auf ihre Gesundheit aus; rund 50 Prozent von ihnen sprechen von einem deutlichen oder (sehr) starken Einfluss auf ihr Wohlbefinden.
Urlaub, Sabbaticals und Surfen hoch im Kurs
Die Studienautoren von der Akademie für Führungskräfte wollten daher von den Befragten wissen, welchen Ausgleich diese sich zu den vielen Arbeitsstunden schaffen oder gerne schaffen würden. Dabei nimmt die physische Abwesenheit vom Arbeitsplatz die wichtigste Rolle ein: Mehr als 90 Prozent der Befragten nehmen – bis auf wenige Ausnahmen – stets alle oder wenigstens fast alle Urlaubstage. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Sabbaticals, die sich 79 Prozent der Studienteilnehmer wünschen – als Ansparmodell für Überstunden.
Aber auch weniger lange Auszeiten bilden in deutschen Büros einen Ausgleich zu Überstunden: Insgesamt rund 70 Prozent der Befragten tauchen während der Arbeitszeit ins World Wide Web ein. Davon gönnt sich gut jeder Zweite täglich einige Minuten lang die Muse, privat zu surfen; jeder Fünfte sogar bis zu einer halben Stunde pro Tag.
Auch die Mittagspause wird dafür genutzt: Gut 60 Prozent nutzen sie täglich, rund 20 Prozent mehrmals die Woche und weitere rund 20 Prozent entweder selten oder nie.
Private Webnutzung für mehr Produktivität
Dass es sich für Arbeitgeber nicht nur in Hinsicht auf das Gesundheitsmanagement lohnt, den Arbeitnehmern während der Arbeitszeit kleinere Auszeiten zu gönnen, hat kürzlich eine Studie gezeigt: Wissenschaftler von der University of Cinncinnatti haben festgestellt, dass Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, sich während der Arbeit eine Zeit lang um private Dinge zu kümmern, anschließend wieder motivierter und produktiver ans Werk gehen.
Eine weitere gute Nachricht für Arbeitgeber: In der Akademie-Studie gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, sich vorstellen zu können, auch als Rentner einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. 17 Prozent haben diesen Vorsatz schon fest in ihren Karriereplan integriert.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
400
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
231
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
224
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
189
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1394
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
138
-
Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung
126
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
109
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1088
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
93
-
Das "Great Flattening" greift um sich
10.06.2026
-
Erwartungen im HR-Softwaremarkt sind gedämpft
09.06.2026
-
Warum Sportler wie auch Unternehmen einen Testlauf brauchen
09.06.2026
-
Das sind die HR-Influencer 2026
09.06.2026
-
Sorgenkind duale Berufsausbildung
08.06.2026
-
Mit KI schneller passende Talente finden
05.06.2026
-
Fußball-WM könnte Arbeitgeber weltweit 14,5 Milliarden Euro kosten
05.06.2026
-
Warum Mitarbeiter Produktivität vortäuschen
05.06.2026
-
Arbeitsplatzsicherheit – Renaissance eines Grundbedürfnisses
05.06.2026
-
Alter ist kein Ereignis, sondern ein Prozess
05.06.2026