15.01.2015 | Gesundheitsmanagement

"Ich bin mal weg": Auszeiten für Gesundheit und Motivation

Trotz ihres hohen Arbeitspensums verzichtet die Mehrheit laut Studie nicht auf Urlaub und andere Auszeiten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Mehrheit der Arbeitnehmer glaubt, dass sich ihre Arbeit auf ihre Gesundheit auswirkt, so eine Studie. Kleine und größere Auszeiten sind daher für die meisten essenziell. Diese sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern jedoch nicht nur in Hinblick aufs Gesundheitsmanagement verordnen.

Die Deutschen leisten im Schnitt mehr Stunden, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart sind – das hat kürzlich der DGB-Index "Gute Arbeit 2014" gezeigt. Auch eine Studie der Akademie für Führungskräfte unter 1015 Personen belegt dies: Für knapp 40 Prozent der Teilnehmer sind Überstunden demnach öfter als zwei Tage pro Woche die Regel, für 35 Prozent sogar täglich. Als hauptsächliche Gründe für die Extra-Arbeit nennen die Befragten ein allgemein zu hohes Arbeitsaufkommen und zeitintensive Projektaufgaben, die sie zusätzlich zur normalen Arbeit erledigen müssen.

Die zusätzliche Arbeitsbelastung bleibt offenbar nicht ohne Folgen, denn eine große Mehrheit von mehr als 90 Prozent der Befragten sagt, ihre Arbeit wirke sich auf ihre Gesundheit aus; rund 50 Prozent von ihnen sprechen von einem deutlichen oder (sehr) starken Einfluss auf ihr Wohlbefinden.

Urlaub, Sabbaticals und Surfen hoch im Kurs

Die Studienautoren von der Akademie für Führungskräfte wollten daher von den Befragten wissen, welchen Ausgleich diese sich zu den vielen Arbeitsstunden schaffen oder gerne schaffen würden. Dabei nimmt die physische Abwesenheit vom Arbeitsplatz die wichtigste Rolle ein: Mehr als 90 Prozent der Befragten nehmen – bis auf wenige Ausnahmen – stets alle oder wenigstens fast alle Urlaubstage. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Sabbaticals, die sich 79 Prozent der Studienteilnehmer wünschen – als Ansparmodell für Überstunden.

Aber auch weniger lange Auszeiten bilden in deutschen Büros einen Ausgleich zu Überstunden: Insgesamt rund 70 Prozent der Befragten tauchen während der Arbeitszeit ins World Wide Web ein. Davon gönnt sich gut jeder Zweite täglich einige Minuten lang die Muse, privat zu surfen; jeder Fünfte sogar bis zu einer halben Stunde pro Tag.

Auch die Mittagspause wird dafür genutzt: Gut 60 Prozent nutzen sie täglich, rund 20 Prozent mehrmals die Woche und weitere rund 20 Prozent entweder selten oder nie.

Private Webnutzung für mehr Produktivität

Dass es sich für Arbeitgeber nicht nur in Hinsicht auf das Gesundheitsmanagement lohnt, den Arbeitnehmern während der Arbeitszeit kleinere Auszeiten  zu  gönnen, hat kürzlich eine Studie gezeigt: Wissenschaftler von der University of Cinncinnatti haben festgestellt, dass Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, sich während der Arbeit eine Zeit lang um private Dinge zu kümmern, anschließend wieder motivierter und produktiver ans Werk gehen.

Eine weitere gute Nachricht für Arbeitgeber: In der Akademie-Studie gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, sich vorstellen zu können, auch als Rentner einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. 17 Prozent haben diesen Vorsatz schon fest in ihren Karriereplan integriert. 

Schlagworte zum Thema:  Betriebliches Gesundheitsmanagement, Mitarbeitermotivation, Sabbatical, Work-Life-Balance, Arbeitszeit

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