In Schwerin sind die Gehälter am niedrigsten - in Stuttgart am höchsten. Bild: Horst Schröder ⁄

In Hessen und Baden-Württemberg verdienen die Beschäftigten am meisten – das zeigt der "Gehaltsatlas 2018" des Informationsportals Gehalt.de. Die neuen Bundesländer befinden sich dagegen auf unterdurchschnittlichem Gehaltsniveau.

Nach wie vor finden sich in Deutschland signifikante Gehaltsgefälle, die sich im Vergleich zum Vorjahr teilweise noch vergrößert haben. So lautet das Fazit der neuen Gehaltsstudie "Gehaltsatlas 2018". Für die Untersuchung wurden Gehaltsdaten von 750.848  Beschäftigten ausgewertet und nach Bundesland, Landeshauptstadt, Geschlecht, Firmengröße, Branche und Berufseinstiegsgehalt differenziert. Das Ergebnis: In Stuttgart werden die höchsten Löhne gezahlt, das gehaltsstärkste Bundesland ist jedoch Hessen.

Gehälter in Stuttgart, München und Düsseldorf am höchsten

Im Vergleich der Landeshauptstädte schneiden Stuttgart (Gehaltsniveau: 128 Prozent gegenüber dem bundesweiten Durchschnitt), München (Gehaltsniveau: 126 Prozent) und Düsseldorf (Gehaltsniveau: 119 Prozent) am besten ab. Die hinteren Ränge belegen Hauptstädte der ostdeutschen Bundesländer: In Schwerin liegt das Gehaltsniveau bei 76, in Erfurt bei 80 und in Potsdam bei knapp 81 Prozent des bundesdeutschen Durchschnitts.

Große Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West

Laut der Untersuchung befinden sich noch immer alle neuen Bundesländer auf einem unterdurchschnittlichen Vergütungsniveau. Das Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit einem Lohnniveau von knapp 74 Prozent. Darauf folgen Sachsen-Anhalt mit 75, Brandenburg mit 76, Sachsen mit 77 und Thüringen mit 78 Prozent Lohnniveau gegenüber dem bundesdeutschen Durchschnitt. Berlin liegt mit Gehältern knapp sieben Prozent unter dem deutschlandweiten Lohnniveau im unteren Mittelfeld. Die Bundesländer, in dem die höchsten Löhne gezahlt werden, sind Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg. 

In absoluten Zahlen liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Akademikers in Hessen bei 51.517 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern stehen bei Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss im Schnitt hingegen nur 33.587 Euro auf dem Gehaltszettel.

Entgeltlücke in Brandenburg weniger groß

Im "Gehaltsatlas" wurde außerdem die sogenannte Entgeltlücke berechnet. Das bedeutet, dass die Studienautoren die Gehälter nach Geschlecht getrennt verglichen haben, ohne dabei weitere strukturelle Faktoren wie etwa Branche oder Unternehmensgröße zu berücksichtigen. Das Ergebnis: Der Gehaltsvergleich geht offenbar weiterhin zu Ungunsten der Frauen aus. 

In der Auswertung von Gehalt.de tritt eines der neuen Bundesländer bei der Entgeltlücke allerdings positiv in Erscheinung: Die unbereinigte Entgeltlücke in Brandenburg liegt nämlich nur bei 16,7 Prozent liegt. In Baden-Württemberg übersteigen die Gehälter der Männer die der Frauen dagegen um circa 27 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die unbereinigte Entgeltlücke in Gesamtdeutschland zuletzt bei 21 Prozent (2016).

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