Selbstverliebte Vorstandschefs sind Innovationstreiber
Narzissten seien weder bessere noch schlechtere CEOs, aber möglicherweise besser als ihr Ruf, lautet das Fazit von Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die die Studie gemeinsam mit dem IMD in Lausanne und der Pennsylvania State University durchgeführt haben. Demnach können sie dazu beitragen, organisationale Trägheit und Starre zu überwinden. Um die positiven Seiten narzisstischer CEOs langfristig zu nutzen zu können, sei es jedoch nötig, ihre negativen Facetten wie zum Beispiel ihre mangelnde Kritikfähigkeit und Empathie so gut wie möglich zu kontrollieren.
Evaluationsmodell zeigt Grad der Selbstverliebtheit
Der Studie zufolge zeichnen sich Narzissten durch fünf zentrale Charakteristika aus:
- ein übersteigertes Selbstbewusstsein,
- das Bedürfnis nach Bestätigung durch Aufmerksamkeit,
- ein starkes Streben nach Dominanz,
- mangelnden Willen, die Gefühlen anderer in eigene Entscheidungen zu integrieren und
- Rastlosigkeit und Ungeduld.
Um Messgrößen für Narzissmus bei CEOs zu entwickeln entwarfen die Forscher ein Evaluationsmodell, das sich auf Indikatoren stützt wie die Prominenz des Fotos eines CEO im Geschäftsbericht oder die relative Häufigkeit von Nennungen seines Namens in den Pressemitteilungen des jeweiligen Unternehmens. Anhand des Modells lasse sich eine hohe Konsistenz innerhalb der Betrachtung einer einzigen Person feststellen, während das Ergebnis im Vergleich mit dem Vorgänger oder Nachfolger des jeweiligen CEO deutlich abweiche.
Erhöhte Risikobereitschaft führt zu Innovationen
Vor allem der Wunsch nach Aufmerksamkeit und eine erhöhte Risikobereitschaft führe dazu, dass von selbstverlieben CEOs geführte Unternehmen neue Technologien eher einführen als andere. Narzissten würden glauben, solche Innovationen beherrschen zu können. „Narzisstische CEOs haben augenscheinlich ein großes Gespür für Scheinwerferlicht. Wenn die Chance dafür besonders hoch ist – zum Beispiel in Zeiten, in denen die Presse viel über eine Technologie schreibt und sie als heilsbringend, zugleich aber auch als risikoreich beschreibt –, dann investieren narzisstische CEOs mit einer noch höheren Wahrscheinlichkeit in solche Diskontinuitäten als ohnehin schon“, beschreibt Andreas König von der Friedrich Albrecht Universität Erlangen-Nürnberg eines der Kernergebnisse der Studie. „Der Einfluss der Öffentlichkeit auf unternehmerische Innovation – und insbesondere radikale Innovation: Das ist sicher eine der wichtigsten Erkenntnisse, die unsere Studie in die Organisationsforschung trägt.“ Wenn man die Öffentlichkeit und ihre enorme Auswirkung auf unternehmerisches Handeln besser verstehen lerne, werde man auch den wirtschaftlichen Erfolg bestimmter Technologien besser verstehen und vorhersagen können.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
405
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
247
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
228
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1714
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
168
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
133
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
124
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
109
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
998
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
98
-
Wie Beschäftigte die Kündigung erleben
25.06.2026
-
Warum Social Media eine strategische Ressource für HR ist
24.06.2026
-
Aufräumen bei der Payroll
23.06.2026
-
Deniz Undav und die Frage, die jede Führungskraft kennt
23.06.2026
-
Bike to Work: Wie gemeinsames Pendeln den Teamgeist stärken kann
22.06.2026
-
So bleibt es auch bei Hitze im Büro erträglich
19.06.2026
-
So lernen Führungskräfte Veränderung
19.06.2026
-
Von Inspiration zur Umsetzung: Warum sich die ZP Europe 2026 lohnt
18.06.2026
-
Nur 44 Prozent aller Beschäftigten bekommen Urlaubsgeld
18.06.2026
-
Was der Pflichtsieg über Curaçao Führungskräften zeigt
16.06.2026