Fachkräftemangel: Aufgebauscht oder unterschätzt?

Die Suche nach den richtigen Fachkräften ist längst zum Strategiethema in den Unternehmen geworden. Aber die Personalarbeit hinkt den Erwartungen hinterher.

Der permanente Mangel an Fachkräften bremst bereits das Wachstum von Unternehmen. Zumindest wenn man den zentralen Erkenntnissen der Hays Studie „Fachkräftemangel: Aufgebauscht oder unterschätzt?“ Glauben schenkt. Denn mittlerweile scheint es bittere Realität in vielen Firmen zu sein, dass neue Stellen nicht mehr adäquat besetzt werden können (42 Prozent), Beschäftigten dadurch erheblicher Mehraufwand entsteht (41 Prozent) und sie damit sogar Umsatzeinbußen (21 Prozent) in Kauf nehmen müssen.

Demographie und Staat sind Schuld am Mangel

Zwar scheinen auf Nachfrage der Studienverfasser die Schuldigen an dieser Misere schnell gefunden:  Denn nach Aussagen der befragten Führungskräfte sei in erster Linie der demografische Wandel (53 Prozent) gefolgt vom trägen Bildungssystem (50 Prozent) verantwortlich für die missliche Lage der Unternehmen. Eigene Versäumnisse will dagegen die Mehrheit der Befragten nicht als Grund für den Fachkräftemangel gelten lassen.

Versäumnisse bei den Personalstrategien

Doch die empirischen Ergebnisse sprechen eine andere Sprache: Insbesondere bei der Personalgewinnung, -entwicklung und -bindung scheinen viele Unternehmen noch erheblichen Nachholbedarf zu haben. Viel Luft nach oben sehen die Befragten daher bei den Handlungsfeldern: Verbesserung der Arbeitgeberattraktivität (54 Prozent), strategische Planung des Personalbedarfs (49 Prozent),  Rekrutierung und Nachwuchsförderung (48 Prozent), Kompetenzentwicklung (50 Prozent), dezentrale Arbeitsmöglichkeiten (90 Prozent) und eine Zunahme des Fachkräftemangels durch Automatisierung und Digitalisierung (59 Prozent). Gerade in diesen Bereichen attestieren sie sich selbst sowie ihrem Arbeitgeber ein eher schlechtes Zeugnis. Nur jeder vierte hält sein Unternehmen auf diesen Feldern für gut gewappnet. Sieben von zehn Befragten halten die Umsetzung in diesen Bereichen dagegen für verbesserungswürdig oder gar mangelhaft.

Zu den ausführlichen Ergebnissen und dem kostenfreien Studien-Download geht es hier.

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