Digitale Kompetenz fehlt für die Digitalisierung
Im Rahmen der Studie wurden 400 Führungskräfte in Europa und Nordamerika danach befragt, wie sie die Zukunft ihrer Belegschaft im Digitalzeitalter beurteilen. Die Ergebnisse finden sich in dem Bericht „ People - Not Just Machines - Will Power Digital Innovation“. Sie zeigen: Die richtige Mischung aus Menschen, Strategien und Taktiken ist nötig für die Transformation ins Digitalzeitalter.
Mensch, Strategie, Taktik – die richtige Mischung führt ins Digitalzeitalter
Wissensarbeit unterliegt derzeit einem tiefgreifenden Wandel, da Datenanalysen, Algorithmen, Big Data und Automatisierung Innovationen, Produktivität und Entscheidungsprozesse massiv verändern und beschleunigen. Neue Software-„Roboter” machen bestimmte Aufgaben überflüssig oder verändern diese mit hoher Geschwindigkeit. Führungskräfte, die sich auf diesen Wandel einlassen, werden Unternehmen auf Datenwissen gründen und ausbauen, die innovativer, produktiver und widerstandsfähiger für das Digitalzeitalter sind. Erfolg wird jedoch nur haben, wer existierende Arbeitsprozesse einer Neubewertung unterzieht. Die Studie zeigt, dass umfassende Neuorganisationen im Zuge der Digitalisierung auf dem Weg sind.
Digitale Kompetenz: digitale Lücken vermeiden
Im Zuge der Digitalisierung greifen Technologien, Arbeitsprozesse und Kundenerlebnisse mehr und mehr ineinander, Führungskräfte und Technologie-Entscheider sollten daher bestimmte Arbeitsprozesse völlig neu aufsetzen. Versäumen sie es hier, die richtigen Spitzenkräfte einzustellen – oder ihre Belegschaft entsprechend weiterzubilden – laufen sie Gefahr, ihr Geschäft zu lähmen. Das ist heute keine blanke Theorie mehr. Die große Mehrheit der Führungskräfte (94 Prozent) beklagt fehlende Fähigkeiten und befürchtet, dass Führungskräfte durch diesen Mangel im Digitalzeitalter an Bedeutung verlieren werden.
Kritische Lücken tun sich 2016 vor allem in den Bereichen Digital-Strategie (42 Prozent), Big Data (41 Prozent) und digitales Marketing (40 Prozent) auf. Vor allem die Fähigkeit, Schlüsse aus Daten zu ziehen, bereitet den Entscheidern Sorgen – 47 Prozent der Befragten gaben an, Datenanalyse- und Big Data-Kompetenzen in den nächsten drei Jahren besonders dringend zu benötigen.
Gig Economy: Digitalisierungs-Expertise wird von außen ins Unternehmen geholt
Auch ist aus der Studie zu erfahren, dass viele Teams in Sachen Digitalisierung deutlich unterbesetzt sind. Um diese Lücke zu schließen, orientieren sich Entscheider verstärkt außerhalb des Unternehmens, etwa indem sie digitale Funktionen und Prozesse an Subunternehmer auslagern. Das führt zu einem vermehrten Wachstum der sogenannten „Gig Economy“: Darunter versteht man den Trend, dass Arbeitskräfte ihre Fähigkeiten kurzfristig projektweise anbieten und dann weiterziehen. Unternehmen planen auch, ihre digitale Lücke vermehrt mittels Fusionen und Akquisitionen zu schließen. 22 Prozent der Befragten tun dies bereits, innerhalb der nächsten drei Jahre wird dieser Anteil wahrscheinlich auf 39 Prozent ansteigen.
Neue Organisationsmodelle entstehen
Eine weitere Erkenntnis aus der Umfrage betrifft die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes. Da flexibles Arbeiten immer gebräuchlicher wird, reduzieren Unternehmen ihre physische Präsenz und passen ihre Organisationsform an das Digitalzeitalter an. Auf Weisung und Kontrolle ausgerichtete Organisationen mit langen Entscheidungsprozessen und eingleisigen Denkmustern funktionieren im Digitalzeitalter nicht mehr. Starre Hierarchien weichen flexibleren Ansätzen, die sehr stark vom Netzwerk-Denken geprägt sind. Führungskräfte entwickeln flachere, effizientere Organisationen mit besseren Informationsflüssen. Silo-Denken hat darin kaum mehr Platz, 60 Prozent der Befragten setzen auf funktionsübergreifende Teams, die sich auf ein bestimmtes Kundensegment oder ein bestimmtes Digital-Erlebnis konzentrieren.
Die Digitalisierung dreht sich um Menschen, weniger um Maschinen
Die Studie zeigt klar, dass sich die Unternehmen bereits im Umbruch befinden. Die Digitalisierung betrifft buchstäblich jeden Geschäftsbereich. Geschäftsprozesse und Kundenerlebnisse werden von neuen Technologien neu gestaltet. Führungskräfte aller Branchen treffen in diesem Augenblick wichtige Entscheidungen, um im Digitalzeitalter erfolgreich zu sein. Ihr Ziel ist es, die Flexibilität und Agilität ihres Unternehmens zu verbessern und den kulturellen Wandel voranzutreiben. Der Aufbau einer digitalen Belegschaft für die Zukunft ist für sie keine bloße Theorie mehr, sondern eine konkrete Anforderung im Hier und Jetzt.
Halsbrecherische Geschwindigkeit
„Unternehmen müssen auf Kundenansprüche und Markttrends in halsbrecherischer Geschwindigkeit reagieren können. Veränderungen sind daher heute eine Sache von Wochen, nicht mehr von Monaten“, so Euan Davis, Autor der Studie und Europäischer Leiter von Cognizants Zentrum für die Zukunft der Arbeit. „Vorausdenkende Firmen setzen Machtverteilung und Entscheidungsprozesse bereits neu auf, um in einer Welt der Algorithmen und digitalen Innovationen wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit sich die Belegschaft auf die Digitalisierung konzentrieren kann, müssen alte und starre Organisationsmodelle durch kleinere, flexiblere und flinkere Teams für einzelne Märkte oder Nischen ersetzt werden.“
Erfolgreich in einer smarten, vernetzten und digitalen Welt
„Wenn Unternehmen diesen Übergang zu schnell in Angriff nehmen, laufen sie Gefahr, das Unternehmen und seine Kultur zu zerstören. Wenn sie zu langsam agieren, steigt das Risiko, hinter den Erwartungen der Kunden zurückzufallen. Erfolgreich in einer smarten, vernetzten und durchgängig digitalisierten Welt wird sein, wem es gelingt, Zugang zu den heutigen Spitzenkräften zu erlangen und zugleich die bestehende Belegschaft zu stärken.“
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