Elf Tipps für Führungskräfte
Viele mittelständische Unternehmen verstehen es sehr gut, ihre Mitarbeiter zu Hochleistungen anzuspornen, ohne einen Burnout herbeizuführen. So sind die die Risikofaktoren für den individuellen Burnout bei den 14.701 Beschäftigten aus den 94 mittelständischen Betrieben, die ihre Personalarbeit im Rahmen der Arbeitgeber-Zertifizierung "Top Job" auf den Prüfstand gestellt hatten, weitgehend gering ausgeprägt.
Die Befragten fühlen sich weder unter- noch überfordert (87 Prozent) und von ihrer Führungskraft sehr anerkannt (66 Prozent). Sie erleben eine positive Gemeinschaft (97 Prozent), übereinstimmende Wertvorstellungen (97 Prozent) und Gerechtigkeit (75 Prozent).
Gefahren der Beschleunigungsfalle
Die Untersuchung des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen belegt allerdings auch, dass sich über die Hälfte der untersuchten Unternehmen (51 Prozent) bereits als Gesamtorganisation in der Beschleunigungsfalle befinden. Durch stetig steigende Leistungsvorgaben an ihre (noch motivierten) Mitarbeiter, verdichtete Aufgaben, eine Vielzahl von neu lancierten Projekten, verkürzte Innovationszyklen sowie häufig wechselnde Managementlösungen versuchen die Betriebe, dem ständigen Wettbewerbsdruck standzuhalten – was auf Dauer nicht ohne Folgen bleibt.
In der Beschleunigungsfalle droht nämlich die Gefahr, dass die Mitarbeiter und damit das gesamte Unternehmen dauerhaft überlastet werden. Eine lang anhaltende berufliche Beanspruchung und das Fehlen von Wertschätzung, beruflichen Entwicklungsperspektiven, einem adäquaten Gehalt sowie eine negativ wahrgenommene Work-Life-Balance erhöhen letztlich das Burnout-Risiko deutlich.
Elf Handlungsempfehlungen für Führungskräfte
Hier sind die Führungskräfte gefragt, die sowohl sich selbst als auch ihre Mitarbeiter vor dem drohenden Kollaps schützen können – vorausgesetzt, sie berücksichtigen folgende Handlungsempfehlungen, die die Studienautoren, Prof. Dr. Heike Bruch und Sandra Kowalewski, formuliert haben:
- auf die eigene psychische Gesundheit achten
- sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und an die psychische Gesundheit der Mitarbeiter denken
- eine Kultur der Achtsamkeit etablieren
- die Erholungsprozesse der Mitarbeiter unterstützen
- auf ihre eigene Work-Life-Balance und die ihrer Mitarbeiter achten
- Frühwarnsysteme für Burnout und psychische Belastung etablieren (z.B. in Form von Mitarbeitergesprächen oder -befragungen)
- strategische Ziele klären und kommunizieren, Prioritäten setzen und anleiten, selbst zu priorisieren
- Mitarbeiter ermuntern, suboptimale Projekte benennen, und diese einstellen
- auf einen ausgewogenen Wechsel von Hochenergie- und Erholungsphasen achten
- psychische Gesundheit im Unternehmen messbar machen und die Ergebnisse kommunizieren
- in die Vermeidung von Burnout investieren (insbesondere durch die Anpassung der Arbeit an die Fähigkeiten des Mitarbeiters)
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
401
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
293
-
Jeder zweite Babyboomer geht vorzeitig in den Ruhestand
272
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
245
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
180
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
125
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
119
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
118
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1068
-
Mitarbeiterfluktuation managen
994
-
Fachkräfteeinwanderung stark rückläufig
12.08.2026
-
Bürokratieabbau in HR: Wenn weniger mehr ist
11.08.2026
-
New-Work-Barometer 2026: HR ist Bürokratiespitzenreiter
11.08.2026
-
Das Dienstrad: wenn Gesundheit zum täglichen Benefit wird
10.08.2026
-
Der Agenda-Stresstest
07.08.2026
-
Jeder Dritte glaubt nicht mehr ans Leistungsprinzip
06.08.2026
-
Jüngere Bewerber werden bevorzugt – trotz fehlender Qualifikation
05.08.2026
-
Die Savanne lebt – in der Art, wie wir Führung beurteilen
05.08.2026
-
ZP Europe 2026: Praxisimpulse, die HR wirklich weiterbringen
03.08.2026
-
Warum künstliche Schönheit in der Personalauswahl nach hinten losgeht
03.08.2026