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| Berufliche Weiterentwicklung

Freunde als Karriereratgeber beliebter als Social Media

Karriereberatung am Küchentisch: Die Mehrheit schätzt laut Studie den Rat von Familie, Partner und Freunden.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Wer seine Karriere vorantreiben möchte, nutzt eher selten virtuelle Netzwerke: Lieber tauschen sich entwicklungsfreudige Arbeitnehmer mit Familie und Freunden aus, so eine Studie. Überraschend: Gerade die Generation der Digital Natives nutzt Social Media zu diesem Zweck kaum.

Soziale Netzwerke wie Xing und Linkedin nutzt demnach  nur ein Viertel der Erwerbstätigen für ihre Karriereplanung. Dies ist eines der Ergebnisse des DUW-Monitor Karriere, für den die Meinungsforscher von Forsa 1.009 Erwerbstätige im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) befragt haben.

Karriereplanung: lieber persönlich als virtuell

Im DUW-Monitor bestätigen damit die Arbeitnehmer, was die Arbeitgeber schon in anderen Umfragen berichtet haben – nämlich, dass Social Media bislang noch kein vollentwickelter Karrieremarktplatz ist: Laut dem "Social Media Index" von ADP nutzen bislang nur 29 Prozent der Personaler Social Media zum Rekrutieren. Folglich ist auch der bisherige Recruitingerfolg über Social Media gering: Über Linkedin etwa konnten bislang nur 20 Prozent der Personaler neue Mitarbeiter rekrutieren, wie eine Befragung des Personalberaters Robert Half ergab.
Erstaunlich dabei: Die sogenannten Digital Natives nutzen – trotz ihrer hohen Medienkompetenz, die ihnen vermeintlich in die Wiege gelegt wurde – die sozialen Medien noch seltener zur Karriereentwicklung als die Generation der Digital Immigrants: Während immerhin rund 30 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 40 und 50 Jahren versuchen, mit Xing, Linkedin und Co. ihre Karriere voranzutreiben, sind dies bei den 18- bis 29-Jährigen nur 17 Prozent.

Lieber, als sich virtuell mit ihrem Netzwerk auszutauschen, sprechen 79 Prozent der Befragten demnach mit ihrer Familie, ihrem Partner oder Freunden über ihre Karriere. Auch Vorgesetzte und Kollegen gelten für jeweils rund 60 Prozent als geeignete Karriere-Coachs. Zwei Drittel nutzen zudem auch Weiterbildungsangebote, um sich über ihre weitere Karriere Gedanken zu machen.

Einem Viertel fehlt jegliche Karriere-Ambition

Der DUW-Monitor bestätigt jedoch auch: Den vielen fleißigen Karriereplanern, die sich mit Familie, Freunde, Vorgesetzten und Kollegen über ihre beruflichen Perspektiven austauschen, steht rund die Hälfte der Arbeitnehmer gegenüber, die ihre Karriere nicht aktiv plant. Das hatte kürzlich auch eine Umfrage des Online-Netzwerks Linkedin unter 1.000 Arbeitnehmern ergeben. Gegenüber den Studienautoren des Business-Netzwerks gab etwa jeder Zehnte zu, dass ihm schlichtweg die Motivation für eine ausgefeilte Karriereplanung fehle.

Die DUW-Umfrage zeichnet von den Planlosen nun folgendes Bild: Rund einem Viertel fehlt demnach einfach jegliche Ambition für Karriere; ein weiteres rundes Viertel glaubt nicht an die Planbarkeit der beruflichen Entwicklung. Immerhin 46 der Befragten ohne Karriereplan berichten, sie hätten ihre persönlichen Karriereziele bereits erreicht. 14 Prozent beklagen, dass ihr Arbeitgeber ihre Karriere nicht richtig fördere.

Völlig ziellos sind die Mitarbeiter ohne Karriereplanung der DUW-Studie zufolge jedoch nicht: 60 Prozent von ihnen streben eine Gehaltserhöhung an, und 27 Prozent von ihnen wollen in den kommenden 24 Monaten beruflich aufsteigen – auch ohne Karriereplan.

Haufe Online Redaktion

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