Wie Auszubildende den Weg ins Ausland finden
Für viele Studenten ist ein Auslandssemester oder -praktikum schon integraler Teil ihres Studiums. Nicht nur fachlich, sondern auch persönlich kann der Schritt über Grenzen die Jugendlichen voranbringen. Auszubildende haben im Gegensatz dazu selten die Möglichkeit, während ihrer Berufsausbildung internationale Erfahrung zu sammeln: Laut Informationen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags absolvieren bisher nur vier Prozent der Auszubildenden in Deutschland ein Praktikum im Ausland.
Förderprogramme bieten finanzielle Unterstützung für Betriebe
Das Programm "Berufsbildung ohne Grenzen" soll das ändern. Die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Jugendliche können mithilfe des Programms ein Praktikum im Ausland absolvieren, das maximal ein Viertel ihrer Ausbildungszeit dauert. Während des Austauschs zahlt der Ausbildungsbetrieb die Vergütung für die Jugendlichen weiter; für Reise- und Unterbringungskosten können die Betriebe finanzielle Unterstützung über Förderprogramme beantragen.
Mobilitätsberater unterstützen Jugendliche und Personalverantwortliche
Unterstützung dabei erhalten Sie von sogenannten "Mobilitätsberatern" bei den Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern. Während der Aktion "Europawoche", die seit dem 5. Mai noch bis zum 9. Mai läuft, können sich Interessierte auf der "Mobi-Hotline" unter der Nummer 01805-600772 telefonisch zu allen Fragen rund um Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Auslandsaufenthalten für Azubis beraten lassen.
Die Gebühren dafür sowie weitere Informationen zur Aktion "Europawoche" finden Sie unter www.berufsbildung-ohne-grenzen.de .
Umfassender Programmleitfaden zu "Erasmus Plus" verfügbar
Ein weiterer Weg, den Schritt ins Ausland zu wagen, ist "Erasmus Plus" – ein Stipendienprogramm, das das EU-Parlament Ende vergangenen Jahres verabschiedet hat. Es enthält unter anderem das Programm "Leonardo da Vinci", das Arbeitnehmer bei Auslandsaufenthalten fördert. Das Programm richtet sich an Personen in der beruflichen Erstausbildung (Auszubildende, Berufs- und Berufsfachschüler), Personen am Arbeitsmarkt (Arbeitnehmer, Selbstständige, Arbeitssuchende, Hochschulabsolventen) und Fachkräfte in der beruflichen Bildung (Ausbilder, Lehrkräfte, Berufsberater, Leiter von Ausbildungseinrichtungen, Personen, die für die Ausbildungsplanung, Personalentwicklung und die berufliche Orientierung zuständig sind); Zielgruppen sind Einrichtungen der beruflichen Bildung, Unternehmen, Betriebe, Sozialpartner und ihre Organisationen, Berufsverbände und Kammern.
Umfassende Informationen zu Erasmus Plus sind in einem Programmleitfaden auf der Website der Europäischen Kommission in deutscher Sprache verfügbar: ec.europa.eu
Hinweis: Wie ein mittelständisches Unternehmen ein Azubi-Austauschprogramm in die Praxis umgesetzt hat lesen Sie in Ausgabe 03/2014 des Personalmagazins.
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