Wirtschaftsforscher: Arbeitsfrust ist die Ausnahme
Gute Konjunktur, gute Laune bei der Arbeit? Das legt eine Analyse des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nahe. Demnach ist jeder zweite Deutsche mit seiner Arbeit "besonders zufrieden". Das DIW beruft sich bei der Analyse auf bis 2013 reichende Daten des "Sozio-ökonomischen Panels", für das jährlich 30.000 Menschen befragt werden. Sie sollten auf einer Skala von null bis zehn angeben, wie zufrieden sie generell mit ihrer Arbeit sind.
Dass jedoch die hohe Zufriedenheit deutscher Arbeitgeber vorwiegend von der guten wirtschaftlichen Lage im Lande beeinflusst wird, bezweifeln die Forscher. Vielmehr sei die Arbeitszufriedenheit sehr subjektiv, sagte DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke: "Viel hängt auch von persönlichen Eigenschaften und Gefühlen ab." Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder zwischen Ost und West gebe es dabei nicht.
Zufriedenheit leidet bei Leiharbeitern und Geringverdienern
Unterschiede in der Arbeitszufriedenheit stellten die Autoren der Analyse dagegen abhängig von der Arbeitssituation der Befragten fest. Zu den Unzufriedenen zählen demnach vor allem Leiharbeiter und Arbeitslose, die sich in höchstens 15 Stunden pro Woche etwas hinzuverdienen. "Bei beiden Gruppen hängt das wahrscheinlich damit zusammen, dass sie einen Job ausüben, den sie nur als Notlösung ansehen", sagte Brenke. Ein Jobwechsel erhöhe meistens die Zufriedenheit, so das Fazit der Forscher.
Als weniger zufrieden outete sich in einer Ende des vergangenen Jahres durchgeführten Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) auch die Gruppe der jüngeren Arbeitnehmer. Grund für deren Unzufriedenheit ist demnach die Tatsache, dass sie häufig zunächst befristete Verträge mit geringem Gehalt erhalten. Nach der Befragung hat ungefähr jeder Fünfte der Unter-30-Jährigen nur eine befristete Anstellung. Mehr als jeder dritte Arbeitnehmer unter 35 Jahren kommt nicht über einen Monatslohn von 1.500 Euro brutto hinaus.
Mehr zum Thema "Arbeitszufriedenheit" lesen Sie hier:
Arbeitszufriedenheit: Geld macht glücklich – oder doch nicht?
Arbeitsklima: heiter, aber wechselhaft
Mitarbeiterzufriedenheit: Jeder Zweite ist mit aktuellem Job zufrieden
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
408
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
383
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
196
-
Vorlage: Leitfaden für das Mitarbeitergespräch
141
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
137
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
137
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
129
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1228
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1184
-
Ablauf und Struktur des betrieblichen Eingliederungsmanagements
116
-
Recruitingmessen richtig vorbereiten
13.01.2026
-
Welche Kanäle für Recruiting und Active Sourcing geeignet sind
13.01.2026
-
Persönliche Kandidatenansprache auf Recruitingmessen
13.01.2026
-
Jobmessen und Karrieremessen 2026 für Recruiter
13.01.2026
-
Drei Thesen zum Benefits-Portfolio der Zukunft
12.01.2026
-
Wie Führungskräfte gelassen und souverän ins neue Jahr starten
09.01.2026
-
Diese HR-Tech-Entwicklungen sollten Sie 2026 verfolgen
08.01.2026
-
2026 – Warum der bAV-Arbeitgeberzuschuss ohne Digitalisierung zum Risiko wird
07.01.2026
-
"HR darf nicht immer auf Erlaubnis warten"
07.01.2026
-
“Nicht das Gehalt erhöhen, sondern den Gehalt”
05.01.2026