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| Mitarbeiterzufriedenheit

Arbeitsklima: heiter, aber wechselhaft

Wenn das Arbeitsklima nicht mehr stimmt, steigt die Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer ist mit ihrem Job zufrieden – zu diesem Ergebnis kommen zwei aktuelle Studien. Doch Arbeitgeber sollten sich dadurch nicht in falscher Sicherheit wiegen: Die Wechselbereitschaft ist hoch, wenn Arbeitsklima, Gehalt oder die Tätigkeit nicht stimmen.

Fast könnte man meinen, die beiden Personaldienstleister Job AG und Manpower hätten die sonnigen Tage abgewartet, um die Deutschen nach ihrer Arbeitszufriedenheit zu fragen. Die Ergebnisse ihrer beiden Studien lassen auf jeden Fall darauf schließen, dass das gute Wetter die Antworten der Befragten positiv beeinflusst haben könnte: Laut Job-AG-Index, der die Zufriedenheit der Beschäftigten auf einer Skala von eins (sehr niedrig) bis zehn (sehr hoch) misst, liegt der Wert bei guten 7,6. Auch der Befragung von Manpower zufolge, die den Prozentsatz der zufriedenen Mitarbeiter ermittelt, ist mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Deutschen ihrem Job gegenüber positiv gestimmt. Job AG und Manpower fragten dafür je rund 1.000 Beschäftigte nach ihrer Meinung.

42 Prozent möchten in den nächsten zwölf Monaten wechseln

Beide Befragungen geben zudem Aufschluss darüber, was für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz entscheidend ist. Die Autoren von Job AG haben dabei das gute Arbeitsklima als größten Motivator identifiziert, den sich 56 Prozent am Arbeitsplatz wünschen. Auf Platz zwei findet sich der Faktor "Aufgaben" mit 49 Prozent Zustimmung, dicht gefolgt vom Motivator "Gehalt" (46 Prozent). Weiterhin sind den Befragten ein sicherer Arbeitsplatz (28 Prozent) und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (17 Prozent) wichtig.

Das deckt sich thematisch mit den Erkenntnissen der Manpower-Autoren, die nach den Motivatoren für einen Jobwechsel fragten: Dort findet sich das Gehaltsthema an erster Stelle (22 Prozent), aber auch der Inhalt der Tätigkeit (neun Prozent), also die Aufgaben, sowie das Arbeitsklima (acht Prozent) spielen eine Rolle. Bei Manpower findet sich zudem der Motivator "Anerkennung", den zwölf Prozent für einen Jobwechsel erheblich finden. Den Erkenntnissen von Manpower zufolge ist die Frage nach dem Jobwechsel für viele Befragte keine hypothetische: Ganze 42 Prozent möchten in den nächsten zwölf Monaten den Job wechseln.

Arbeitszeiten: top, Auszeiten: Flop

Die Autoren von Manpower wollten zudem von den Befragten wissen, mit welchen Rahmenbedingungen ihres Arbeitsplatzes die Mitarbeiter in welchem Maß zufrieden sind. Dabei ergibt sich folgendes Bild: Knapp die Hälfte findet es positiv, dass vereinbarte Arbeitszeiten eingehalten werden (46 Prozent). Weiterhin zufrieden zeigen sich die Befragten mit einer fairen Bezahlung (45 Prozent), flexiblen Arbeitszeitmodellen (39 Prozent) und regelmäßigen Weiterbildungsmöglichkeiten (37 Prozent). Immerhin ein gutes Drittel (35 Prozent) würde ihren Arbeitgeber aufgrund dieser Rahmenbedingungen weiterempfehlen.

Weniger Zustimmung gab es bei der Frage nach der Karriereförderung: Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) ist der Ansicht, dass der Arbeitgeber ihm hier aktiv unter die Arme greife. Ebenfalls wenig Zuspruch gibt es für die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten: Nur 16 Prozent können davon Gebrauch machen. Und nur jeder Zehnte gibt an, in seinem Unternehmen ohne Probleme in eine andere, gleichrangige Position zu wechseln. Ebenso wenige sind zufrieden mit der Möglichkeit, längere Auszeiten zu nehmen.

Haufe Online Redaktion

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