Tipps für die Förderung gering Qualifizierter
Als gering Qualifizierte gelten Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren, deren Bildungsabschluss höchstens der Sekundarstufe eins entspricht. Derzeit soll es in Europa rund 70, 7 Millionen Erwachsene mit geringer Qualifizierung geben. Ihre Beschäftigungsaussichten verschlechtern sich zunehmend: Aus dem diesjährigen "Gemeinsamen Beschäftigungsbericht" des Rats der Europäischen Union geht hervor, dass in dieser Gruppe die Arbeitslosigkeit seit 2008 stärker als in jeder anderen gestiegen ist.
Lernen am echten oder simulierten Arbeitsplatz
Damit gering Qualifizierte ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können, empfiehlt das Cedefop der Studie "Rückkehr zum Lernen, Rückkehr ins Arbeitsleben" das Lernen am Arbeitsplatz als geeignete Qualifizierungsmaßnahme. Eine frühere Cedefop-Studie hatte ergeben, dass diese Methode den besonderen Erfordernissen der Zielgruppe Rechnung tragen könne, sofern sie richtig ausgerichtet und konzipiert ist. Das sogenannte "arbeitsplatzbasierte Lernen" umfasst sowohl das Lernen direkt am Arbeitsplatz oder in einer simulierten Arbeitsplatzumgebung. Dabei kann das Lernen in einer Ausbildungseinrichtung mit dem Lernen im Unternehmen, etwa während eines Praktikums, verbunden werden.
Tipps für arbeitsplatzbasiertes Lernen
Personalverantwortliche, die gering Qualifizierte beim arbeitsplatzbasierten Lernen im Unternehmen unterstützen, sollten folgende Empfehlungen des Cedefop berücksichtigen:
Die Schulungsprogramme sollten eine sorgfältige anfängliche Beurteilung darüber bieten, wie die Arbeitsbereitschaft der Teilnehmer aussieht. Später sollten sie den Lernern als kontinuierliche Orientierung dienen. Die Analyse von Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen kann dabei motivieren.
Das Lernen sollte in einer angenehmen Lernumgebung stattfinden.
Die Verantwortlichen sollten individuelle Curricula aufstellen, die auf das Profil und die Bedürfnisse der einzelnen Lerner zugeschnitten sind.
In den Programmen gilt es, zweierlei zu vermitteln: allgemeine beschäftigungsrelevante Kernkompetenzen und Kenntnisse, die für die jeweilige Tätigkeit relevant sind.
Die Maßnahme sollte eine Vertrauensbeziehung zwischen der Ausbildungseinrichtung und dem Arbeitgeber schaffen – denn diese kommt letztendlich den Lernern zugute.
Das Curriculum sollte eine enge Verknüpfung zum Arbeitsplatz bieten. Damit fällt es den Lernern leichter, vom Lernen zum Arbeiten überzugehen. Außerdem kommen die Teilnehmer mit potenziellen künftigen Arbeitgebern in Kontakt.
Im Lernprogramm sollten sowohl praktische Fähigkeiten (wie zum Beispiel das Schreiben eines Lebenslaufs) vermittelt als auch praktische Fragen (wie zum Beispiel zum Thema "Kinderbetreuung") beantwortet werden.
Zum Abschluss sollten die Teilnehmer eine Zertifizierung erhalten, damit Arbeitssuchende auf diese Weise ihre Fähigkeiten nachweisen können.
Die deutsche Version des Cedefop-Kurzberichts können Sie einsehen unter www.cedefop.europa.eu .
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