Kontakt zu Mitarbeitern der Konkurrenz kann kosten
Ein IT-Mitarbeiter eines Personaldienstleistungsunternehmens kontaktierte über Xing zwei Mitarbeiter eines Konkurrenzunternehmens u. a. mit folgenden Worten: "Sie wissen ja hoffentlich, in was für einem Unternehmen Sie gelandet sind. Ich wünsche Ihnen einfach mal viel Glück. Bei Fragen gebe ich gerne Auskunft."
Das LG Heidelberg verurteilte den Beklagten zur Erstattung der Rechtsanwaltskosten.
Es sah im Handeln des Beklagten eine unzulässige geschäftliche Handlung im Sinne des § 8 Abs. 1 Satz 1 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Geschäftlich deshalb, weil der Beklagte auf der Plattform Xing kein Profil als Privatperson verwendete, sondern sich sein Profil auf die Firma bezog, für die er tätig ist.
Das Verhalten des Beklagten wertete das LG als wettbewerbswidrige Herabsetzung der Klägerin (§ 4 Nr. 7 UWG). Die Äußerungen seien abwertend und dies ohne sachliche Begründung hierfür anzugeben. Dies stelle einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Interesse der Klägerin auf angemessene Darstellung in der Öffentlichkeit dar.
Außerdem stellte das LG eine gezielte Behinderung durch unlauteres Abwerben von Mitarbeitern fest (§ 4 Nr. 10 UWG). Die Formulierung der Xing-Nachricht verstand das LG als Versuch der Abwerbung. Ein solcher Versuch der Abwerbung sei dann unzulässig, wenn unlautere Begleitumstände hinzukämen. Solche unlauteren Begleitumstände sah das LG hier in den unzulässig herabsetzenden Äußerungen des Beklagten (LG Heidelberg, Urteil v. 23.05.2012, 1 S 58/11).
-
Kündigung wegen Aufhängens einer "Stolzmonat-Flagge"
1.411
-
Entgeltfortzahlung: Wenn unterschiedliche Krankheiten aufeinander folgen
1.296
-
Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel richtig berechnen
1.18316
-
Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung von Arbeitnehmenden
1.078
-
Wann Urlaubsverfall und Urlaubsübertragung möglich sind
1.0516
-
Wie wird die Urlaubsabgeltung richtig berechnet?
7352
-
Was Arbeitgeber bei Bewerbungen von Schwerbehinderten beachten müssen
6682
-
Arbeitszeitkonto: Diese rechtlichen Vorgaben gelten für Arbeitgeber
658
-
Wann müssen Arbeitgeber eine Abfindung zahlen?
6192
-
Wie Arbeitgeber in der Probezeit kündigen können
617
-
Kündigung unwirksam – Einwurfeinschreiben per Scan reicht nicht
27.08.2026
-
Muss bei einer Abmahnung der Betriebsrat informiert werden?
26.08.2026
-
Kündigung schwerbehinderter Arbeitnehmer: SBV-Anhörung braucht mehr als einen Stempel
24.08.2026
-
Wenn die KI irrt, haftet trotzdem der Vorstand
19.08.2026
-
Gerechtigkeit durch Gleichbehandlung
18.08.2026
-
Unternehmen haben Anspruch auf Entfernung von Kununu-Bewertungen
17.08.2026
-
Nationaler Aktionsplan zur Tarifbindung: Das kommt auf Arbeitgeber zu
13.08.2026
-
Wie wird die Urlaubsabgeltung richtig berechnet?
12.08.20262
-
Wie Nachtarbeit für schwangere und stillende Arbeitnehmerinnen geregelt ist
12.08.2026
-
Kündigung wegen Aufhängens einer "Stolzmonat-Flagge"
10.08.2026