Unbezahlter Urlaub für US-Staatsangestellte - Auch in Deutschland zulässig?
Das Risiko, keine Löhne bezahlen zu können oder keine Arbeit anbieten zu können (sog. Wirtschaftsrisiko) liegt beim Arbeitgeber. Dies gilt unabhängig davon, ob der Arbeitgeber privatrechtlich organisiert ist oder eine staatliche Stelle. Sämtliche Arbeitgeber dürfen nicht einseitig Mitarbeiter unbezahlt frei stellen. Im Falle einer einseitigen Freistellung ist vielmehr die Vergütung gem. § 615 BGB weiter zu bezahlen. Der Arbeitgeber befindet sich dann im sog. Annahmeverzug, d. h. im Verzug mit der Annahme der vertraglich vereinbarten Arbeitsleistung des Arbeitnehmers. Der Arbeitnehmer muss die Arbeit nicht nachholen, sondern bekommt die Vergütung ohne Gegenleistung.
Kein „Zwangsurlaub“ möglich
Auch unbezahlter „Zwangsurlaub“ kann deshalb nicht angeordnet werden. Urlaub kann grundsätzlich nur auf einen Antrag des Arbeitnehmers bewilligt werden und muss dann nach § 11 BUrlG bezahlt werden. Unbezahlter Zwangsurlaub ist somit nichts anderes als eine einseitige Freistellung, die Annahmeverzug auslöst.
Flexible Arbeitszeitmodelle nutzen
Gleichwohl gelten nicht stets absolut starre Arbeitszeiten, die den Arbeitgeber zwingen, Arbeitnehmer beschäftigungslos zu vergüten. Viele tarifliche oder betriebliche Arbeitszeitregelungen sehen flexible Möglichkeiten des Arbeitgebers vor, auf
Schwankungen in der Auslastung reagieren zu können. So kann z.B. häufig kurzfristig der Abbau von Zeitguthaben auf einem Arbeitszeitkonto angeordnet werden. Freilich hilft dies im Fall von akuten Zahlungsschwierigkeiten nicht weiter, da in der Regel dennoch stetige Vergütungen fällig werden.
Individuelle Vereinbarungen treffen
Arbeitgeber in Zahlungsschwierigkeiten sind daher häufig auf individuelle Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern angewiesen. So können z. B. Vergütungszahlungen einvernehmlich gestundet werden. Auch „unbezahlter Urlaub“ kann vereinbart werden.
Arbeitnehmer können Arbeitsleistung einstellen
Ohne Vereinbarung muss der Arbeitgeber dagegen damit rechnen, dass Arbeitnehmer von ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen, wenn erhebliche Lohnzahlungen offen stehen. In der Regel sind Arbeitnehmer dazu berechtigt, die Arbeitsleitung einzustellen, wenn zwei Monatslöhne unbezahlt sind. An der Vergütungspflicht ändert das Zurückbehaltungsrecht nichts. Die Arbeitnehmer können also auch für die nicht geleistete Arbeitszeit Lohn verlangen.
-
Entgeltfortzahlung: Wenn unterschiedliche Krankheiten aufeinander folgen
1.411
-
Wann Urlaubsverfall und Urlaubsübertragung möglich sind
1.3046
-
Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel richtig berechnen
1.25716
-
Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung von Arbeitnehmenden
1.044
-
Wie wird die Urlaubsabgeltung richtig berechnet?
8972
-
Wann Arbeitnehmende Anspruch auf Teilzeit haben
7691
-
Wann müssen Arbeitgeber eine Abfindung zahlen?
7312
-
Arbeitszeitkonto: Diese rechtlichen Vorgaben gelten für Arbeitgeber
702
-
Wie Arbeitgeber in der Probezeit kündigen können
697
-
Was bei Nebentätigkeiten arbeitsrechtlich erlaubt ist
677
-
Wer eine Kündigung unterschreiben muss
24.09.2026
-
Kein unbegrenzter Schadensersatzanspruch nach AGG-Diskriminierung
23.09.2026
-
Ersatzzustellung benötigt persönlichen Übergabeversuch
21.09.2026
-
Equal Pay Klage endet beim Medianentgelt
17.09.2026
-
Worauf HR bei der Digitalisierung im Arbeitsrecht achten muss
14.09.2026
-
Was es beim Sabbatical zu beachten gilt
11.09.20261
-
Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel richtig berechnen
10.09.202616
-
Kündigung eines Außendienstmitarbeiters wegen Führerscheinentzugs
09.09.2026
-
BAG beschränkt Auskunftsanspruch des Arbeitgebers bei Annahmeverzugslohn
07.09.2026
-
Voraussetzungen für Kündigungen auf Verlangen Dritter
03.09.2026