Einigung in der Tarifrunde für Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Hessen
Am 15. Oktober 2021 haben das Land Hessen und die Gewerkschaften verdi und dbb in den Tarifverhandlungen zum TV-Hessen eine Einigung erzielt.
Tarifrunde TV-H 2021: 4 Prozent mehr Gehalt und weitere Ergebnisse der Tarifeinigung
Darauf haben sich die Tarifvertragsparteien geeinigt:
- Die Einkommen der Beschäftigten steigen zum 1. August 2022 um 2,2 Prozent und ein Jahr später nochmal um 1,8 Prozent (mindestens aber 65 Euro).
- Auszubildende erhalten zu diesen Zeitpunkten jeweils 35 Euro mehr.
- Die Beschäftigten erhalten in diesem und im nächsten Jahr jeweils eine Sonderzahlung in Höhe von 500 Euro (steuer- und abgabenfrei; Auszubildende: 250 Euro).
- Anspruch der Beschäftigten auf Qualifizierung.
- Die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten werden ausgebaut und erste Optionen zur Umwandlung von Entgelt in Freizeit geschaffen.
- Für eine verbesserte Familienfreundlichkeit gibt es künftig einen Anspruch auf Freistellung von 20 Prozent der Arbeitszeit in den ersten 8 Wochen nach der Geburt eines Kindes für den nicht-gebärenden Elternteil.
- Auszubildende mit der Abschlussnote „Befriedigend“ oder besser werden unbefristet übernommen.
- Eingeführt werden zudem beschleunigte Aufstiegsmöglichkeiten für neu eingestellte Beschäftigte (neue Entgeltstufen 1a und 1b), insbesondere für selbst ausgebildete Nachwuchskräfte (zukünftig Übernahme in Entgeltstufe 2).
- Für Führungskräfte wurden zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen (Einführung Entgeltgruppe 16).
- Die im Jahr 2017 eingeführten Regelungen zum „Landesticket“ für den Öffentlichen Personennahverkehr werden verlängert.
- Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 28 Monate.
- Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten und Versorgungsempfänger
Gewerkschaften sind mit Tarifeinigung zufrieden
"Insgesamt ist das mit Blick auf die Einkommen ein sehr ordentlicher Kompromiss“, sagte dbb Tarifchef und Verhandlungsführer Volker Geyer. „Die eigentliche Stärke bei diesem Tarifabschluss liegt aber in den zahlreichen strukturellen Verbesserungen, die den öffentlichen Dienst auf allen Ebenen attraktiver für Nachwuchs- und Fachkräfte machen und damit neue Perspektiven schaffen.“
Hintergrund zur Tarifrunde TV-Hessen 2021
Vom Tarifabschluss betroffen sind fast 280.000 Beschäftigte. Direkt knapp 72.000 Tarifbeschäftigte sowie indirekt über 200.000 Beamtinnen und Beamte, auf die das Tarifergebnis übertragen werden soll.
Lesen Sie auch:
Ergebnisse der Tarifrunde TV-Hessen 2019
-
Jahressonderzahlung nach TVöD und TV-L
9281
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte: Das planen die Bundesländer
608
-
Lohnpfändung bei Überlassung eines Dienstwagens
158
-
Stufenzuordnung nach TV-L bei Einstellung: Anerkennung von Berufserfahrung
144
-
Keine Kürzung des Leistungsentgelts wegen Arbeitsunfähigkeit
80
-
Beschäftigte in Hamburg erhalten eine Zulage
76
-
Weitere Tarifeinigungen im öffentlichen Personennahverkehr
67
-
Stufenlaufzeit bei Korrektur einer Eingruppierung
66
-
Ungenutztes Potenzial gegen Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst
64
-
Eingruppierung einer medizinischen Fachangestellten
63
-
Besoldungsanpassung für Landesbeamte: Das planen die Bundesländer
08.06.2026
-
Rückforderung gezahlter Zulagen von städtischem Leichenfahrer unzulässig
27.05.2026
-
Eingruppierung eines Beschäftigten als Gruppenleiter in einer großen Serviceeinheit
19.05.2026
-
Weitere Tarifeinigungen im öffentlichen Personennahverkehr
28.04.2026
-
Beamtenbund fordert Entlastungsprämie auch für den öffentlichen Dienst
16.04.2026
-
Beschäftigte in Hamburg erhalten eine Zulage
25.03.2026
-
Berliner Hochschulen fordern Finanzierung der Hauptstadtzulage
09.03.2026
-
Amtsgerichtsdirektor mit Besoldungsklage erfolglos
10.02.2026
-
Eingruppierung einer medizinischen Fachangestellten
05.02.2026
-
Beschäftigte der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin bekommen Hauptstadtzulage
19.01.2026