Digitalisierungstarifvertrag des Bundes veröffentlicht
Nach zwei Jahren intensiv geführten Verhandlungen haben sich das Bundesinnenministerium, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der dbb beamtenbund und tarifunion am 22.6.2021 auf den „Digitalisierungstarifvertrag Bund“ (DigiTV) geeinigt. Mit diesem Tarifvertrag wollen die Tarifpartner die Arbeitsplätze in der Bundesverwaltung in der sich durch die Digitalisierung verändernden Arbeitswelt zukunftssicher machen. Er kommt zukünftig immer dann zur Anwendung, wenn es in Folge von Digitalisierung zu wesentlichen Änderungen der Arbeitsplatzanforderungen oder Arbeitsplatzbedingungen kommt. Der neue Tarifvertrag regelt Mechanismen zur Arbeitsplatzsicherung und notwendigen Qualifizierung und legt eine sogenannte Entgeltsicherung fest.
Der neue Tarifvertrag tritt am 1.1.2022 in Kraft. Er gilt unmittelbar für und 126.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Bundesverwaltungen. Am 31.8.2021 hat das Bundesinnenministerium den Tarifvertrag sowie Hinweise zur Anwendung und Durchführung veröffentlicht.
Anwendungsbereich und Begriff der „Digitalisierung“
Der neue Tarifvertrag gilt für alle Beschäftigten des Bundes, die unter den Geltungsbereich des TVöD fallen. „Digitalisierung“ im Sinne des neuen Tarifvertrags ist die erstmalige Einführung digital gestützter Arbeitsprozesse oder die Ausweitung / Fortentwicklung eben dieser digital gestützten Arbeitsprozesse (§ 1 Abs. 1 DigiTV).
Die Regelungen des DigiTV gelten, wenn die Digitalisierung zur Folge hat, dass in einer Dienststelle eine wesentliche Änderung von Arbeitsprozessen zur wesentlichen Änderung der Arbeitsplatzanforderungen oder Arbeitsplatzbedingungen führt (§ 1 Abs. 2 DigiTV).
Arbeitsplatzsicherung und Entgeltsicherung
Wenn die Digitalisierung zu einem Wegfall der bisher ausgeübten Tätigkeit oder zu einer niedrigeren tariflichen Eingruppierung für die betroffenen Beschäftigten führt, sieht der Tarifvertrag Maßnahmen zur Sicherung eines gleichwertigen Arbeitsplatzes vor. Den Beschäftigten soll z. B. ein gleichwertiger Arbeitsplatz in einer anderen Behörde am bisherigen Beschäftigungsort oder ein niedriger bewerteter Arbeitsplatz angeboten werden.
Eine Entgeltsicherung tritt ein, wenn die neue Tätigkeit mit einem geringeren Tabellenentgelt als bei der früheren Tätigkeit verbunden ist. Außerdem haben sich die Tarifpartner auf eine Mobilitätszahlung sowie auf Rahmenregelungen für mobile Arbeitsformen geeinigt.
Anspruch auf Qualifizierung
Nach den Regelungen des neuen Tarifvertrags erhalten Beschäftigte, deren bisher ausgeübte Tätigkeit durch die Folgen der Digitalisierung wegfällt oder wenn es für ihre Einarbeitung in eine neue Tätigkeit erforderlich wird, einen Anspruch auf Qualifizierung. Gleichzeitig sind sie verpflichtet, an der Qualifizierung mitzuwirken (§ 4 DigiTV).
-
Personalakten im öffentlichen Dienst
921
-
Deutschland-App kommt: Das bundesweite „zentrale Bürgerbüro als App“ – oder nur eine „leere Hülle“?
61
-
Schafft das Mitarbeitergespräch ab!
44
-
Hybrides Arbeiten: Wie Verwaltungen damit gleich zwei Herausforderungen meistern wollen
21
-
165.000 Vollzeitkräfte könnten in der Verwaltung durch generative KI ersetzt werden
17
-
Studie: Bedarf und Wachstumspotenziale von KI in der Verwaltung noch größer als im Privatsektor
17
-
Faxgeräte in Behörden - Bann oder Beibehaltung?
16
-
OZG 2.0: Neue Studie erkennt nur wenig Bewegung bei Online-Diensten
13
-
„KI-Zukunftsbund“: Drei Bundesländer wollen gemeinsam einen Gang höher schalten
11
-
„Wir investieren permanent ins Personalmarketing“
9
-
Warum Employer Branding gerade in der Krise entscheidend ist
16.06.2026
-
„KI-Zukunftsbund“: Drei Bundesländer wollen gemeinsam einen Gang höher schalten
19.05.2026
-
Bitkom-Länderindex 2026: Shooting-Stars sind diesmal Hessen und das Saarland
12.05.2026
-
5 Tipps für eine Arbeitgebermarke, die den Unterschied macht
05.05.2026
-
Studie zur „Nachnutzung“: Warum ein erfolgversprechendes Konzept noch nicht richtig in Gang kommt
27.04.2026
-
Bürokratieabbau und Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung
20.04.2026
-
Gewalt gegen Lehrkräfte hat deutlich zugenommen
14.04.2026
-
Deutschland-App kommt: Das bundesweite „zentrale Bürgerbüro als App“ – oder nur eine „leere Hülle“?
14.04.2026
-
Weniger Staat? Warum das Landespersonal schrumpfen könnte
09.04.2026
-
Netzwerk KI: Maßgeschneiderte Lösungen für die Arbeits- und Sozialverwaltungen
07.04.2026