Zu häufig sind in einem Businessplan grundlegende Fehler enthalten! Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Businessplan ist wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Gründungsvorhabens oder die Entwicklung eines Betriebes. Allerdings zeigen Untersuchungen und Praxis, dass ca. 80% (!) aller Businesspläne fehlerhaft oder sogar unbrauchbar sind.

Häufig zu findende Fehler bei der Erstellung von Businessplänen

Businesspläne weisen immer wieder u.a. folgende Fehler auf:

  • Management-Summary und/oder Plan sind zu lang;
  • Unternehmenszweck, Produkte, Kundennutzen, Alleinstellungsmerkmale werden unklar/unvollständig beschrieben;
  • ess fehlen klare Angaben zu Zielgruppen, Kunden, Markt und Wettbewerb;
  • Aussagen zu Strategie, Zukunftssicherung und Wachstum fehlen oder sind unklar;
  • es gibt widersprüchliche Aussagen im Text und bei den Zahlen;
  • fehlende oder unrealistische Chancen-/Risiken-Betrachtung; keine Lösungsansätze für erkannte Probleme;
  • wichtige Sachverhalte werden vergessen/nicht berücksichtigt, z.B. Privatentnahmen, Tilgungen;
  • der Plan enthält zu viele Fachausdrücke;
  • es gibt (zu viele) formale Fehler, es fehlt die Präsentation „aus einem Guss“;
  • der Plan wurde mit zu großem Optimismus erstellt;
  • es fehlen persönliche Erfahrungen/Erhebungen; Planungen wurden nur vom grünen Tisch erstellt, Aussagen werden nicht belegt;
  • es fehlen Aussagen zur Motivation und Eignung von Unternehmern oder Gründern.

Tipps und Tricks für einen guten Businessplan

Diese und weitere Fehler können vermieden werden, wenn Unternehmer und Gründer folgende Punkte beachten:

  • Strikte Begrenzung des Plans auf 30–35 Seiten (ohne Anhänge). Sonst muss gekürzt bzw. müssen Unterlagen in den Anhang verschoben werden. Gleiches gilt für die Summary; ideal ist ein Umfang von 1 Seite. Die Summary soll Dritte motivieren, den ganzen Plan zu lesen und einen Gesprächstermin zu vereinbaren.
  • Beschreibung von Produkten und Leistungen so, dass Kundennutzen und Alleinstellungsmerkmal hervorstechen. Rein technische oder inhaltliche Aussagen sind oft zu wenig (Nicht: Die Heizung leitet 7 KHW. Besser: Die Heizung schafft binnen Minuten ein Wohlfühlklima im ganzen Haus und verbraucht weniger Energie als andere am Markt erhältliche Produkte).
  • Zahlen, Annahmen und Prämissen müssen mit Quellen belegt werden, z.B. eigene/fremde Erhebungen, Datenbanken.
  • Risiken sollten realistisch dargestellt und Lösungen zur Behebung aufgezeigt werden (aus Schwächen Stärken machen).
  • In den Plan gehören Aussagen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit, z.B. durch F&E, Nutzung digitaler Medien, innovative Kombination von Vertriebskanälen.
  • Zahlen zu Kapitalbedarf/-herkunft, Umsätzen, Kosten, Liquidität und Ergebnis müssen belegt werden. Unklare Annahmen oder „einfache“ Schätzungen sind tabu.
  • Fachausdrücke sollten im Anhang in einem Glossar erläutert werden.
  • Der Plan sollte nicht zu „textlastig“ sein, und auch Grafiken, Tabellen, Abbildungen umfassen (ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte).
  • Unternehmer und Gründer sollten mindestens mit 25–50 aktueller oder potenzieller Kunden sprechen und sie nach ihrer Meinung zum Betrieb und Wettbewerbern fragen. Die Ergebnisse sollten dokumentiert werden.
  • Unternehmer und Gründer sollten wissen, wo im Plan welche Daten stehen, wie sie erhoben wurden und wo es „Knackpunkte“ gibt. Das gilt auch, wenn man sich externe Hilfe, z.B. durch Berater, geholt hat.
  • Am Ende sollten 1–2 fachfremde Personen das Dokument lesen. Haben diese keine Probleme mit Inhalt, Verständnis und Form, ist der Plan meist gut gelungen.

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