Bundesbankstudie belegt positive Wertentwicklung von Aktien und Immobilien
Dritte Ausgabe der Bundesbankstudie
Die Deutsche Bundesbank veröffentlichte im März 2019 ihre dritte Ausgabe der Forschungsstudie mit dem Titel „ Private Haushalte und ihre Finanzen“, die auf der Website der Bundesbank abrufbar ist (Stand: Mai 2019).
Die vorherigen beiden Untersuchungen erschienen in den Jahren 2010/11 und 2014. Der aktuelle Analysezeitraum erstreckt sich über die Jahre 2014 bis 2017. Die Studie fand heraus, dass die Vermögenswerte deutscher privater Haushalte in dieser Zeitspanne im Durchschnitt um 18.300 EUR (netto) angestiegen sind.
Immobilien und Aktien als positive Werttreiber
Als Quellen der positiven Wertentwicklungen werden neben der Verbesserung der Arbeitsmarktsituation und den damit einhergehenden Einkommenssteigerungen insbesondere die Preisentwicklungen für Immobilien und Aktien genannt. Deutsche Privatpersonen, die angesparte Gelder in Aktien oder Investmentfonds anlegten erlangten im Untersuchungszeitraum einen Mehrwert von 13 Prozent bzw. umgerechnet etwa 5.000 Euro. Die Vermögenswerte der Eigentümer von Immobilien verzeichneten derweil Zugewinne von 27.000 EUR bzw. 12 Prozent.
Vermögenswerte für sich arbeiten lassen
Die beiden Asset-Klassen Immobilien und Aktien haben zwar gänzlich unterschiedliche Risiko- und Renditeeigenschaften, im Zeitraum der betrachteten drei Jahre verzeichneten jedoch beide im jeweiligen Marktdurchschnitt nennenswerte Zugewinne. Ob es im Datensatz bzw. bei den einbezogenen Haushalten zur Vermögensumschichtung von konservativen und gering rentierlichen Anlageformen hin zu Aktien- und Fondsinvestments kam, kann nur bedingt gemessen werden. Generell scheint diese Tendenz in Deutschland jedoch weiterhin nur geringfügig ausgeprägt zu sein, was auch durch zahlreiche weitere Untersuchungen belegt ist.
Unabhängig von den Analyseresultaten führten die positiven Wertentwicklungen bei Aktien bzw. Investmentfonds und Immobilien dazu, dass deren Eigentümer zu den größten finanziellen Gewinnern der letzten Jahre zählen, indem sie ihr Geld quasi für sich arbeiten ließen. Dabei ist jedoch zu attestieren, dass zunächst ein gewisser Grundstock eines Vermögens vorhanden sein oder erarbeitet werden muss, um von den entsprechenden Wertentwicklungen durch den Erwerb jeweiliger Vermögensgegenstände, quasi passiv, zu profitieren. Die Möglichkeiten, insbesondere in Aktien und Investmentfonds zu investieren, sind jedoch nicht ausschließlich wohlhabenden Haushalten vorbehalten, sondern können beispielsweise bereits im Rahmen ratierlicher Sparpläne mit vergleichsweise geringen Beträgen erschlossen werden.
Vermögensungleichgewicht größer als in anderen Ländern
Grundsätzlich gilt die Problematik jedoch weiterhin, dass Vermögenswerte in der deutschen Bevölkerung sehr ungleich verteilt sind, und diese Herausforderung ist in der Bundesrepublik ausgeprägter als in den übrigen Ländern der Euro-Währungszone bzw. den weiteren Industrieländern. Etwa 55 Prozent des Nettovermögens verteilen sich derzeit auf etwa 10 Prozent der Privathaushalte.
Regionales Ungleichgewicht zwischen Ost und West
Das regionale Ungleichgewicht herrscht nicht nur im Vergleich zu anderen Ländern, sondern auch innerhalb der Republik. Private Haushalte in Westdeutschland sind, insbesondere aufgrund des ausgeprägteren Anteils an Immobilieneigentümern, weiterhin vermögender als deren Pendants in Ostdeutschland.
Altersbedingte Vermögensverteilung variiert
Zudem ist ein altersbedingter Unterschied in der Vermögensverteilung zu verzeichnen. Aufgrund von Ansparungen zu Zeiten der Erwerbstätigkeit nehmen die Vermögensverhältnisse bis zu einem Alter von etwa 65 Jahren tendenziell zu. Aufgrund des folgenden Renteneintritts und der häufig geringeren Einkommensmöglichkeiten im Alter, nehmen die Vermögenswerte danach wieder ab.
Historie mit geringer Aussagekraft für die Zukunft
Aus den Untersuchungsergebnissen Prognosen für die Zukunft abzuleiten ist nur sehr eingeschränkt möglich. Die positiven Wertentwicklungen von Aktien- und Immobilieninvestments waren und sind weiterhin unter anderem geprägt durch überproportionale Marktliquidität und historisch niedrige risikolose Zinsen am Kapitalmarkt. Typisch für zahlreiche deutsche Privathaushalte sind jedoch nicht diese, sondern eher risikoarme Anlagemöglichkeiten wie Konten oder Versicherungen, die derzeit keine bzw. teilweise negative Renditen aufweisen. Um von weiteren Wertsteigerungen zu profitieren, die nicht mit Sicherheit in Aussicht gestellt werden können, müsste ein Umdenken und zumindest eine anteilige Umschichtung in risikotragende Werte stattfinden.
Größeres Vermögensgleichgewicht durch Umschichtungen möglich
Die Differenz in der Vermögensverteilung wird perspektivisch jedoch nur zu verringern sein, wenn die Akzeptanz für gewisse Anlagerisiken wächst, da diese nötig sind, um sich Chancen zu eröffnen. Eine grundsätzliche Voraussetzung zu diesem Umdenken vom typischen Sparer zum Investor ist jedoch die Risikotragfähigkeit und die psychologische Fähigkeit, mit zwischenzeitlichen Verlusten umgehen zu können, denn diese sind nicht auszuschließen. Auch geringe Umschichtungen können bereits einen Mehrwert bewirken, wenn beispielsweise Fondssparpläne genutzt werden, regelmäßig Geld in Wertpapiere zu investieren und die Marktschwankungen über den sogenannten Cost-Average-Effekt zu nutzen.
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