Kapitel 18: Rechnungslegung... / b) Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften
 

Tz. 44

Nach Abs. 2 können die gesetzlichen Vertreter von Kleinstkapitalgesellschaften i. S. d. § 267a HGB (vgl. Kapitel 3 Tz. 213 ff.) ihrer Offenlegungspflicht nach § 325 Abs. 1 HGB bereits dadurch vollständig genügen, dass nur die Bilanz beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeiger hinterlegt wird. Gegenstand der Hinterlegung ist nur die Bilanz. Unklar ist, ob dazu auch die Angaben unter der Bilanz gehören, die sonst Teil des offenlegungspflichtigen Jahresabschlusses sind. Der Wortlaut der Vorschrift spricht dagegen, ebenso, dass die Angaben stattdessen auch im Anhang gemacht werden könnten, der seinerseits für Kleinstkapitalgesellschaften nicht offenlegungspflichtig ist.[63] Daraus wird abgeleitet, dass auch die Angaben unter der Bilanz als dessen Substitut nicht veröffentlich werden müssen. Umgekehrt lässt sich argumentieren, dass die Erhaltung des Informationswertes der Bilanz für die Einbeziehung der Angabe unter der Bilanz spricht.[64] Für die Frist gilt unverändert § 325 Abs. 1 Satz 2 HGB. Für die Form der Einreichung wird die elektronische Form zur dauerhaften Hinterlegung verlangt. Ein bestimmtes Dateiformat ist bewusst nicht vorgegeben. Ggf. konvertiert der Betreiber des Bundesanzeigers entsprechend um. Ein Hinterlegungsauftrag ist nicht zu erteilen.[65]

[63] Küting/Eichenlaub, DStR 2012, 2615.
[64] Haller/Groß, DB 2012, 2110.
[65] Näher Bräuer, NZG 2011, 53; Haller/Groß, DB 2012, 2109; Küting/Eichenlaub, DStR 2012, 2615; Müller/Kreipl, DB 2013, 73.

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