Kapitel 17: Prüfung / bb) Rechtsfolgen unterlassener Prüfung (Satz 2)
 

Tz. 303

§ 324a Abs. 2 Satz 2 HGB sieht vor, dass ein nicht geprüfter IFRS-Einzelabschluss i. S. v. § 325 Abs. 2a HGB wie ein Konzernabschluss entsprechend § 316 Abs. 2 Satz 2 HGB gebilligt und nicht wie ein Jahresabschluss entsprechend § 316 Abs. 1 Satz 2 HGB festgestellt wird. Da der Einzelabschluss in Übereinstimmung mit dem Konzernabschluss lediglich Informationszwecken dient, rechtfertigt sich diese Gleichstellung. Die Bestimmung des § 324a Abs. 1 Satz 2 HGB, wonach ein nicht geprüfter IFRS-Einzelabschluss i. S. v. § 325 Abs. 2a HGB nicht gebilligt werden kann, steht im Einklang mit den § 317 Abs. 4 Satz 2 AktG, wonach eine Offenlegung des Einzelabschlusses erst im Anschluss an dessen Billigung durch den Aufsichtsrat gestattet ist. Für den Fall, dass ein IFRS-Einzelabschluss i. S. v. § 325 Abs. 2a HGB vor seiner Billigung und Offenlegung nicht geprüft wurde, hat seine Veröffentlichung keine befreiende Wirkung im Sinne des § 325 Abs. 2a HGB.[644]

[644] Bormann, in: MüKo-BilR, § 324a HGB Rn. 6.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge