Kapitel 17: Prüfung / bb) Beanstandungen ohne Auswirkungen auf den Bestätigungsvermerk
 

Tz. 202

Im Rahmen der Berichterstattung über die Normenkonformität der Rechnungslegung ist nach Abs. 2 Satz 2 auch über Beanstandungen zu berichten, die nicht zur Einschränkung oder Versagung des Bestätigungsvermerks geführt haben, soweit dies für die Überwachung der Geschäftsführung und des geprüften Unternehmens von Bedeutung ist. Insofern hat der Aufsichtsrat seiner Überwachungsaufgabe umso intensiver nachzugehen, je nachhaltiger die Beanstandung ausfällt.[301] Durch diese Regelung soll mehr Raum für eine problemorientierte Darstellung gegeben und die Informationsbasis des Überwachungsgremiums gestärkt werden.[302]

Beanstandungen sind berichtspflichtig, sofern sie wesentlich und für die Adressaten des Prüfungsberichts im Sinne ihrer Überwachungsaufgaben zweckdienlich sind.[303] Unwesentliche Beanstandungen können im Rahmen des Management Letters kommuniziert werden. Abs. 2 Satz 2 stellt keine Erweiterung der Berichtspflichten dar, sondern akzentuiert diese lediglich, und soll vermeiden, dass überwachungsrelevante Beanstandungen lediglich an die Unternehmensleitung kommuniziert und von dort nicht an den Aufsichtsrat weitergeleitet werden.[304]

[301] Burg/Müller, in: KK-RechnR, § 321 HGB Rn. 79.
[302] Pfitzer/Oser/Orth, DB 2002, 157 (164); Rabenhorst, DStR 2003, 436 (438).
[303] Orth, in: Baetge/Kirsch/Thiele, BilanzR, § 321 HGB Rn. 92.5.
[304] Orth, in: Baetge/Kirsch/Thiele, BilanzR, § 321 HGB Rn. 92.1 f.; Rabenhorst, DStR 2003, 436 (437 f.).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Merkt, Rechnungslegung nach HGB und IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge