Kapitel 16: Konzernabschlüs... / d) Rechtspolitische Diskussion und Entwicklungsgeschichte
 

Tz. 91

Das IFRS IC hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Anwendungsfragen zur Anwendung der Equity-Methode zur Bearbeitung vorgelegt bekommen. Als Reaktion auf die damit behaftete Unsicherheit bzgl. einer Vielzahl von Fragestellungen wurde im Mai 2012 eine research group eingerichtet, die sich mit der Anwendung der Equity-Methode beschäftigen sollte. Die dahingehenden Bemühungen der research group blieben jedoch zunächst unbeachtlich, insbesondere wurde den aufkommenden Problemen seitens des IASB mit zwischenzeitlichen eng definierten Ergänzungen begegnet, welche jedoch keine grundlegende konzeptionelle Basis erkennen ließen. Insbesondere wurde vielfach die unklare Eingliederung der Equity-Methode als Konsolidierungs- (Elimination von upstream und downstream Geschäften) oder Bewertungsmethode (U-Boot Methode) kritisiert. Daraus folgt ein Mangel an Anwendungssicherheit.

 

Tz. 92

Zur Klärung dieser Frage haben sowohl die European Financial Reporting Advisory Group als auch das Korea Accounting Standards Board Untersuchungen vorgenommen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen das Fundament für die zukünftige Diskussion über die Equity-Methode bilden. Hierfür wurde insbesondere die Equity-Methode über verschiedene Rechtsräume hinweg verglichen (speziell USA, Korea und Deutschland), wobei die Autoren der Studie des Korea Accounting Standards Board zu folgenden Einschätzungen kommen:

  • Verwendung der Equity-Bilanzierung in den USA hat starke Anklänge an ein Bewertungskonzept.
  • Gleiches lässt sich für Deutschland nur bedingt attestieren, jedoch sind neben der Orientierung an der strikten Umsetzung einer one-line Konsolidierung ebenfalls Bewertungselemente vorhanden.
  • In Korea wird strikt an der Equity-Methode als Konsolidierungsmethode festgehalten.

Darauf aufbauend wurden alternative Konzepte entwickelt, welche allerdings von der Grenzziehung zwischen Konsolidierung- und Bewertungsmethode abstrahieren.

 

Tz. 93

Im Ergebnis entfernt sich die European Financial Reporting Advisory Group nicht von dieser Unterscheidung. Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung der IFRS-Rechnungslegung wirft die European Financial Reporting Advisory Group jedoch die Frage auf, ob das von IFRS 3 und IFRS 10 propagierte Kontrollkonzept die Equity-Methode als Konsolidierungsmethode nicht ausschließt, da zwar maßgeblicher Einfluss, letztlich aber doch keine Kontrolle über die Beteiligung besteht. Dies hängt jedoch wiederum von der eingenommenen Sichtweise ab. Es lassen sich daher verschiedene Argumente für und wider der jeweiligen Interpretation der Equity-Methode finden. Das IASB plant die dazugehörige Diskussion in der research group im ersten Quartal 2016 wieder aufzunehmen. Inzwischen wurde allerdings die weitere Untersuchung der Equity-Methode im research project ausgesetzt, um auf die Ergebnisse des post implementation review (PIR) von IFRS 11 zu warten. Das Board hofft aus dem PIR Erkenntnisse zu gewinnen, die im Rahmen der weiteren Befassung mit dem Thema einen wertvollen Beitrag leisten können.

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