Kapitel 14: Konzernabschlus... / ee) Eigenkapitalspiegel
 

Tz. 225

Der Eigenkapitalspiegel ist der fünfte Pflichtbestandteil des Konzernabschlusses. Seine inhaltliche Ausgestaltung ist im HGB nicht näher geregelt. Die Praxis stützte sich bisher auf DRS 7, der in absehbarer Zeit durch den bislang im Entwurf vorliegenden DRS 29 ersetzt wird und sich inhaltlich an IAS 1 orientiert. Der Eigenkapitalspiegel soll durch eine systematische Darstellung der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und des Konzerngesamtergebnisses entscheidende Informationen über den Konzern liefern. Das Eigenkapital wird dabei entweder dem Mutterunternehmen oder den Minderheitsgesellschaftern zugeordnet.[354]

 

Tz. 226

Die Darstellung hat in Matrixform zu erfolgen und die folgenden Posten zu umfassen:[355]

 
Gezeichnetes Kapital des Mutterunternehmens
Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen des Mutterunternehmens
+ Kapitalrücklage
+ Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital
Eigene Anteile
+ Kumuliertes übriges Konzernergebnis, soweit es auf die Gesellschafter der Mutterunternehmens entfällt
= Eigenkapital des Mutterunternehmens gemäß Konzernbilanz
+ Eigenkapital der Minderheitsgesellschafter
  Davon: Minderheitenkapital
  Davon: Kumuliertes übriges Konzernergebnis, soweit es auf Minderheitsgesellschafter entfällt
= Konzerneigenkapital
 

Tz. 227

Zu den einzelnen Posten:[356]

  • Gezeichnetes Kapital (§ 272 Abs. 1 Satz 1 HGB)
  • Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen (§ 272 Abs. 1 Satz 3 HGB)
  • Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 HGB i. V. m. rechtsformspezifischen Vorschriften wie §§ 150 ff. AktG; § 43 GmbHG)
  • Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital (= Summe der auf das Mutterunternehmen entfallenden (thesaurierten) Konzernergebnisse des laufenden Jahres sowie ggf. früherer Geschäftsjahre soweit in Gewinnrücklagen und Ergebnisvortrag berücksichtigt
  • Kumuliertes übriges Konzernergebnis (= alle übrigen Eigenkapitalveränderungen, die nicht auf Ein-/Auszahlungen der Gesellschafter oder in der Konzern-GuV ergebniswirksam erfassten Vorgängen beruhen)
  • Eigene Anteile sind nach § 272 Abs. 1a HGB vom Eigenkapital abzuziehen, wobei sich der Abzug in Höhe des Nennbetrags/rechnerischen Werts auf das gezeichnete Kapital, im Übrigen auf die frei verfügbaren Rücklagen erstreckt
 

Tz. 228

Die Eigenkapitalspiegel erfordert weitere Angaben im Konzernanhang. Dazu gehören insbesondere (vgl. DRS 7.15):

  • der Betrag, der am Stichtag zur Ausschüttung an die Gesellschafter zur Verfügung steht
  • der Betrag, der gesetzlichen Ausschüttungssperren unterliegt
  • der Betrag, der nach der Satzung/dem Gesellschaftsvertrag einer Ausschüttungssperre unterliegt
 

Tz. 229

Besonderheiten gelten für Personenhandelsgesellschaften (s. DRS 7.8 f.; E-DRS 29 (Anlage 2)) sowie für Kreditinstitute (DRS 7.10).

[354] Kraft, in: GroßKo-HGB, § 297 HGB Rn. 26; Busse von Colbe, in: MüKo-HGB, § 297 HGB Rn. 7.
[355] Vgl. DRS 7.7; E-DRS 29 (Anlage 1); Winkeljohann/Rimmelspacher, in: BeckBilKo, § 297 HGB Rn. 102.
[356] Vgl. Kraft, in: GroßKo-HGB, § 297 HGB Rn. 28.

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