Kapitel 1: Einführung in di... / 3. Strafrechtliche Sanktionen
 

Tz. 267

Neben die handelsrechtlichen Strafvorschriften der §§ 331 ff. HGB treten spezifische Straftatbestände des StGB. So wird wegen Bankrott gem. § 283 Abs. 1 Nr. 5–7 StGB bestraft, wer bei Überschuldung oder bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit eine Manipulation der Buchführung und des Jahresabschlusses vornimmt und dadurch die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert. Die Strafbarkeit setzt voraus, dass der Täter seine Zahlungen eingestellt hat oder über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet oder der Eröffnungsantrag mangels Masse abgewiesen worden ist (§ 283 Abs. 6 StGB). Die weiteren Straftatbestände der Verletzung der Buchführungspflicht außerhalb der drohenden oder eingetretenen Zahlungsunfähigkeit gem. § 283b StGB stimmen weitgehend mit den Tathandlungen des Paragraphen § 283 Abs. 1 Nr. 5–7 StGB überein. Während es sich bei §§ 283 und 283b StGB um Vergehen handelt, qualifiziert das StGB den besonders schweren Fall gem. § 283a StGB (der Täter handelt aus Gewinnsucht oder bringt wissentlich viele Personen in die Gefahr des Vermögensverlust) als Verbrechen. Weitere Straftatbestände, die bei Verletzung von Bilanzierungspflichten möglicherweise erfüllt sein können, sind der Kreditbetrug (§ 265b StGB), die Untreue (§ 266 StGB) oder, im Fall der Vernichtung von Rechnungslegungsunterlagen, die Urkundenunterdrückung (§ 274 StGB).

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