Küting/Weber, Handbuch der ... / bbb) Die Aufwandsdegression des Leasinggebers übersteigende degressive Leasingraten
 

Rn. 168

Stand: EL 18 – ET: 12/2013

Degressive Leasingraten sind dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des für eine Abrechnungsperiode zu entrichtenden Entgelts im Zeitablauf abnimmt. Bei der Konstellation extrem degressiver Entgelte übersteigen die Leasingraten daher in den Anfangsperioden die beim Leasinggeber aus dem Vertrag resultierenden Periodenaufwendungen. Unter der Prämisse einer vollständigen Vereinnahmung der Leasingrate würden in den Abrechnungszeiträumen zu Beginn des Leasingvertrags zu große Teile des Gesamtertrags erfolgswirksam verrechnet, was letztlich zu einer fehlenden Deckung des Aufwands des Leasinggebers in der Auslaufphase des Vertrags führen würde. Zur Behebung dieses Ungleichgewichts ist in den Anfangsperioden ein passivischer RAP i. H. d. Differenz zwischen Leasingrate und Aufwand des Leasinggebers unter Berücksichtigung der initialen Vertragsanlaufkosten, der Abschreibungen, des Zinsaufwands, der lfd. Verwaltungskosten und des periodenanteilig kalkulierten Gewinns zu bilden. Durch die erfolgswirksame Auflösung des RAP in der Auslaufphase des Vertrags wird schließlich die Unterdeckung des Aufwands des Leasinggebers beseitigt (vgl. ADS 1995, § 250, Rn. 129; Findeisen 1998, § 19, Rn. 37; Gelhausen, H. F./Henneberger, M. 2012, Rn. 124; HFA 1/1989, S. 626). Folgendes Beispiel verdeutlicht den beschriebenen Zusammenhang nochmals.

 

Rn. 169

Stand: EL 18 – ET: 12/2013

UN A (Leasinggeber) schließt mit UN B (Leasingnehmer) am 01.01.01 einen Leasingvertrag (Vollamortisationsvertrag) über eine Maschine ab, deren AK 100 000 Euro betragen. Die unkündbare Grundmietzeit des Vertrags beläuft sich auf acht Jahre. Es liegt weder eine günstige Kauf-, noch eine günstige Mietverlängerungsoption vor. In Anlehnung an die amtlichen AfA-Tabellen der Finanzverwaltung unterstellt A bei der Maschine eine ND von zehn Jahren. Demnach hat A die Maschine als wirtschaftlicher Eigentümer zu aktivieren. A entschließt sich weiterhin, die Maschine unter Anwendung eines Abschreibungsprozentsatzes von 20 v. H. degressiv abzuschreiben. Darüber hinaus nimmt A einen Wechsel auf die lineare Abschreibung vor, sobald sich nach dieser Methode höhere Jahresabschreibungen ergeben. Weiterhin entstehen dem Leasinggeber in Zusammenhang mit dem Leasingvertrag (ausschließlich) 1.000 Euro p. a. Verwaltungskosten. A kalkuliert mit einem periodenanteiligen Gewinn von 1.000 Euro p. a. A und B vereinbaren über die Grundmietzeit folgende vorschüssige Jahres-Leasingraten. Außerdem sind in der Tabelle die A aus der Fremdfinanzierung erwachsenden Zinsaufwendungen (5 v. H. p. a.) in den einzelnen Perioden dargestellt:

 
Periode Leasingrate Finanzierungskosten
01 39 381 Euro 3.130 Euro
02 39 381 Euro 1.418 Euro
03  7.589 Euro 1.210 Euro
04  7.589 Euro   991 Euro
05  7.589 Euro   761 Euro
06  7.589 Euro   520 Euro
07  7.589 Euro   266 Euro
08  7.589 Euro     0 Euro

Nach Maßgabe des tatsächlichen Aufwandsverlaufs beim Leasinggeber ist der vorgegebene Sachverhalt in der Bilanz des Leasinggebers wie folgt zu behandeln:

Um einen sachgerechten Ausgleich zwischen Leistung und Gegenleistung herzustellen, ist in den Perioden eins bis vier jeweils der positive Differenzbetrag zwischen erhaltener Leasingrate und Aufwand des Leasinggebers unter Berücksichtigung des periodenanteiligen Gewinns in den passivischen RAP einzustellen. Umgekehrt wird der RAP in den Perioden fünf bis acht zur Beseitigung des Aufwandsüberhangs beim Leasinggeber i. H. d. negativen Differenzbetrags ertragswirksam aufgelöst.

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