Mit partiellen Produktivitäten misst man das Verhältnis von Output (in Mengeneinheiten) zum Input eines bestimmten Produktionsfaktors (ebenfalls in Mengeneinheiten).

 
Partielle Produktivität = Menge an produziertem Output
Menge eines Input-Faktors

Berechnung der partiellen Produktivitäten für 02 in unserem Beispiel:

 
Partielle Produktivität (Material) = 56.000 Stk. = 0,87 Stk./kg
64.400 kg
Partielle Produktivität (var. FK) = 56.000 Stk. = 5,6 Stk./Std.
10.000 Std.
Partielle Produktivität (fixe FK) = 56.000 Stk. = 0,97 Stk./Stk.Kapazität (d. h. 97 %)
58.000 Stk.

Zur Berechnung des Produktivitätsgewinnes berechnen wir nun Benchmarks aus den Werten des Vorjahres. Dazu benötigen wir "Referenzmengen" für 02. Gemeint sind damit jene Inputmengen, die wir bei gegenüber dem Vorjahr gleich bleibender Produktivität im Jahr 02 benötigt hätten. Diese werden mit den Preisen des Jahres 02 bewertet:

 
Veränderung der Outputmenge = 56.000 = 1,4
40.000

 

 
Referenzmenge Material: 48.000 x 1,4 = 67.200 kg
Referenzmenge Fertigungsstunden: 7.500 x 1,4 = 10.500 Std.
Referenzmenge Fixkosten:   60.000 Stk.Kapazität    

Die Referenzmenge für die Fixkostenproduktivität ist identisch mit der alten Kapazität. Im Fixkostenbereich erfolgt keine Proportionalisierung der Menge. Eine Anpassung wäre nur erforderlich, falls die alte Kapazität nicht für die neue Produktionsmenge ausreichte.

Für die Benchmark-Produktivität wird nun die Outputmenge in Beziehung zur Referenzmenge gesetzt:

 
Benchmark-Produktivität (Material) = 56.000 = 0,83 Stk./kg
67.200

 

 
Benchmark-Produktivität (var. FK) = 56.000 = 5,33 Stk./Std.
10.500

 

 
Benchmark-Produktivität (fixe FK) = 56.000 = 0,93 Stk./Stk.Kapazität (d. h. 93 %)
63.000

Interessanter als die Absolutwerte sind die Produktivitätsgewinne. Diese errechnen sich mit folgender Formel:

 
Produktivitätsveränderung = Produktivität – Benchmark-Produktivität
Benchmark-Produktivität

Es errechnen sich in unserem Beispiel die Werte:

Produktivitätsverbesserung Material: 4,35 %

Produktivitätsverbesserung var. Fertigungskosten: 5,00 %

Produktivitätsverbesserung fixe Fertigungskosten: 3,45 %

Das Unternehmen hat in allen Bereichen Produktivitätsvorteile erzielt. Diese stehen zum Auffangen von Preis- und Lohnerhöhungen sowie zur Erhöhung des Unternehmensgewinns zur Verfügung.

Beurteilung

  • Vorteil der partiellen Produktivität ist die intuitive Verständlichkeit. Die Werte beziehen sich auf jeweils eine konkrete Inputgröße.
  • Nachteil ist, dass der Beitrag der übrigen Produktionsfaktoren getrennt ermittelt wird. Abhängigkeiten der Produktionsfaktoren voneinander (z. B. geringere Fertigungszeiten und damit geringere variable Fertigungskosten durch besseres Material) bleiben unberücksichtigt. Bei Konzentration auf einen einzigen Faktor besteht die Gefahr, dass Produktivitätsverbesserungen durch (unbemerkte) Verschlechterungen in anderen Bereichen erzielt werden.

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