Bertram/Kessler/Müller, Hau... / 2.5.1 Darstellungsschema des Eigenkapitalspiegels
 

Rz. 51

Der Konzern-EK-Spiegel stellt die Veränderungen der Posten des Konzern-EK in Matrixform dar. Aufgrund vieler Unterschiede in der Eigenkapitaldarstellung enthält DRS 22 als Anlagen separate Schemata für einen Konzern-EK-Spiegel für MU in der Rechtsform einer KapG und einer PersG.

Der Konzern-EK-Spiegel von MU in der Rechtsform einer KapG hat lt. Anlage 1 zu DRS 22 grds. die unten angegebenen Posten zu enthalten. Ein Posten, der keinen Betrag ausweist, braucht nicht aufgeführt zu werden.[1] Werden in der Konzernbilanz zusätzliche Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen, sind diese unter Beibehaltung der Bezeichnung auch in den Konzern-EK-Spiegel aufzunehmen. Alle Bestandsposten des Konzern-EK-Spiegels müssen mit der Konzernbilanz abstimmbar sein.

Innerhalb der Spalten dürfen nach DRS 22.19 keine Saldierungen vorgenommen werden. Ggf. sind sich saldierende Sachverhalte in separaten Zeilen und Spalten auszuweisen.

 

Schema des Konzerneigenkapitalspiegels für MU in der Rechtsform einer KapG (DRS 22)

 
+ Gezeichnetes Kapital (Stammaktien/Vorzugsaktien/Summe)
Eigene Anteile (Stammaktien/Vorzugsaktien/Summe)
Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen (Stammaktien/Vorzugsaktien/Summe)
= (Korrigiertes) gezeichnetes Kapital
   
+ Kapitalrücklage (nach § 272 Abs. 2 Nr. 1–3 HGB/nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB/Summe)
+ Gewinnrücklagen (gesetzliche Rücklage/nach § 272 Abs. 4 HGB/satzungsmäßige Rücklagen/andere Gewinnrücklagen/Summe)
= Rücklagen
   
+/– Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
+/– Gewinnvortrag/Verlustvortrag
+/– Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag, der dem MU zuzurechnen ist
= Eigenkapital des MU
+ Nicht beherrschende Anteile
= Konzerneigenkapital

Folgende Veränderungszeilen zur Erläuterung der Abweichungen der Posten vom Geschäftsjahresanfang zum -ende werden vorgegeben:

 
Stand am 31.12.00
Kapitalerhöhung/Kapitalherabsetzung
Einforderung/Einzahlung bisher nicht eingeforderter Einlagen
Einstellung in/Entnahme aus Rücklagen
Ausschüttung
Währungsumrechnung
Sonstige Veränderungen
Änderungen des Konsolidierungskreises
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand am 31.12.01
 

Rz. 52

In DRS 22.55 werden beispielhaft als "sonstige Veränderungen" Umstellungseffekte bei Anwendung neuer oder geänderter Rechnungslegungsvorschriften, erfolgsneutral erfasste Korrekturen der Erwerbsbilanzierung nach § 301 Abs. 2 Satz 2 HGB sowie erfolgsneutral erfasste Veränderungen des Konzern-EK im Zusammenhang mit der Aufstockung und Abstockung von Anteilen an TU ohne Statuswechsel genannt.

Sofern die sonstigen Veränderungen wesentlich sind, ist eine Aufteilung des Postens in mehrere Zeilen mit entsprechender Bezeichnung sinnvoll.[2] Alternativ können die Angaben und Erläuterungen in den ergänzenden Angaben unter dem Konzern-EK-Spiegel oder im Konzernanhang gemacht werden.

Als "Änderungen des Konsolidierungskreises" sind z. B. die Veränderungen des Postens "Nicht beherrschende Anteile" bei der Erst-, Übergangs- oder Entkonsolidierung zu erfassen.

 
Praxis-Beispiel

Das MU erwirbt 60 % der Anteile an dem TU für 60 TEUR. Das nach Aufdeckung stiller Reserven ermittelte EK des TU beträgt 100 TEUR. Durch die Erstkonsolidierung erhöht sich das Konzern-EK um 40.000:

 
Konto Soll Haben
Eigenkapital des TU 100.000  
Anteile an verbundenen Unternehmen   60.000
Nicht beherrschende Anteile   40.000

Einen weiteren Anwendungsfall sehen Störk/Rimmelspacher, wenn ein TU, das bisher nicht einbezogen wurde, erstmals konsolidiert und ein technischer passiver Unterschiedsbetrag direkt in das EK umgebucht wird.[3] Da die Veränderungen des Konzern-EK gem. DRS 22.19 unsaldiert auszuweisen sind, sind Abgänge und Zugänge gesondert zu zeigen.

 

Rz. 53

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital des MU entspricht dem Grundkapital (bei einer AG, SE und KGaA) bzw. dem Stammkapital (bei einer GmbH). Bei unterschiedlichen Aktiengattungen einer AG (z. B. Stamm- und Vorzugsaktien) betrifft die Pflicht zur gesonderten Angabe des Betrags jeder Aktiengattung nach § 152 Abs. 1 Satz 2 AktG auch den Ausweis im EK-Spiegel (DRS 22.26 f.). Nicht eingeforderte ausstehende Einlagen sind vom gezeichneten Kapital offen abzusetzen (§ 272 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB) und entsprechend im EK-Spiegel auszuweisen. Eingeforderte ausstehende Einlagen sind i. R. d. SchuldenKons zu berücksichtigen (bei in den Konzernabschluss einbezogenen TU) oder als Forderung gesondert auszuweisen (DRS 22.28).

 

Rz. 54

Eigene Anteile

Zu den eigenen Anteilen im Konzernabschluss rechnen

  • eigene Anteile, die das MU an sich selbst hält,
  • Rückbeteiligungen; das sind Anteile, die ein einbezogenes TU oder ein quotal einbezogenes GemeinschaftsUnt am MU hält.

In dieser Spalte ist bei einem Erwerb nur der Nennbetrag oder, falls ein solcher nicht vorhanden ist, der rechnerische Wert der erworbenen eigenen Anteile abzusetzen (DRS 22.29). Die Differenz zu den AK ist grds. mit den frei verfügbaren Rücklagen zu verrechnen. Da der Konzernabschluss keine Ausschüttungsbemessungsfunktion hat, darf die Verrechnung darüb...

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