Annuitätendarlehen: Zins, T... / Zusammenfassung
 
Überblick

Die insbesondere im deutschen Mittelstand weit verbreitete Form der Fremdfinanzierung mittels Bankdarlehen bietet für Kapitalsuchende zahlreiche Varianten. Tilgungsdarlehen, Annuitätendarlehen, endfällige Darlehen und Förderdarlehen sind hier nur einige Beispiele. Weit verbreitet ist das Annuitätendarlehen, das im Gegensatz zum Tilgungsdarlehen – während der Zinsbindungsfrist – eine monatlich, quartalsweise oder jährliche gleichbleibende Rate aufweist. Diese setzt sich aus einem stets veränderlichen Zins- und einem variablen Tilgungsanteil zusammen. Jede Tilgungsrate führt dazu, dass die Restschuld des Darlehens abnimmt und somit bei der nächsten Annuitätenrate der Zinsanteil ab- und der Tilgungsanteil zunimmt. Am Ende der Laufzeit entspricht die Summe der laufend ansteigenden Tilgungsraten dem gesamten Darlehensbetrag, sodass mit der letzten Rate eine vollständige Darlehensrückzahlung stattgefunden hat.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Bei einem Annuitätendarlehen handelt es sich um einen schuldrechtlichen Vertrag zwischen einem Darlehensgeber und einem Darlehensnehmer. Zivilrechtlich ist das Gelddarlehen im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Handelsrechtlich ist das Annuitätendarlehen auf der Passivseite der Bilanz im Bereich Fremdkapital in der Unterposition "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" auszuweisen. (§ 488 ff BGB; § 266 Abs. 3 Buchstabe C Nr. 2 HGB).

 
Kurzübersicht
 

Änderungen durch das "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid 19 Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht"

Der Bundestag hat am 26.3.2020 Sonderregelungen im Schuld-, Miet- und Darlehensrecht zur Abmilderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie beschlossen. Diese Regelungen sind zum 1.4. 2020 in Kraft getreten.

Stundung von Rückzahlungs-, Zins- oder Tilgungsleistungen

Demnach gilt für Verbraucherdarlehensverträge, die vor dem 15. .3.2020 abgeschlossen wurden, dass Rückzahlungs-, Zins- oder Tilgungsleistungen, die zwischen dem 1. 4.2020 und dem 30.6.2020 (2. Quartal) fällig werden, mit Eintritt der Fälligkeit für die Dauer von 3 Monaten gestundet werden, sofern die Leistungserbringung für den Verbraucher nicht zumutbar ist. Das Fehlen der Zumutbarkeit soll insbesondere dann erfüllt sein, wenn der angemessene Lebensunterhalt des Verbrauchers oder seiner Unterhaltsberechtigten aufgrund der Corona-bedingten Einnahmeausfälle gefährdet ist.

Ausschluss der Kündigung

Kündigungen des Darlehensgebers wegen Zahlungsverzugs, Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Schuldners oder der Werthaltigkeit der zur Verfügung gestellten Sicherheiten sind bis zum Ablauf der Stundung ausgeschlossen.

Einverständliche Regelung zwischen Darlehensgeber und Verbraucher

Darlehensgeber sind angehalten, mit dem Verbraucher ein (telefonisches) Gespräch über die Möglichkeit einer einverständlichen Regelung und über mögliche Unterstützungsmaßnahmen zu suchen. Kommt eine einverständliche Regelung für den Zeitraum nach dem 30.6.2020 nicht zustande, verlängert sich die Vertragslaufzeit um 3 Monate. Die jeweilige Fälligkeit der vertraglichen Leistungen wird dann um diese Frist hinausgeschoben.

Ausschluss der Anwendung

Diese Regelungen kommen nicht zur Anwendung, wenn dem Darlehensgeber die Stundung oder der Ausschluss der Kündigung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls unzumutbar ist.

Erweiterung/Verlängerung der Regelungen

Durch Rechtsverordnung kann das Bundesjustizministerium diese Regelung auch auf Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter und Jahresumsatz oder Jahresbilanz kleiner als 2 Mio. EUR) erstrecken. Zudem können die Regelungen per Verordnung auf Zahlungen erstreckt werden, die bis 30.9.2020 fällig werden.

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