Vorsteuerabzug, rückwirkende Rechnungsberichtigung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Ordnungsgemäße Rechnung
  • Rechnungskorrektur
  • Rückwirkung
 
Hinweis

Im Rahmen der Umsetzung des Konjunkturpakets durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz kommt es im Zeitraum vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 zur Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf 16 % bzw. 5 %. Im Rahmen der Buchführung wird der Unternehmer in diesem Zeitraum voraussichtlich die folgenden neu anzulegenden Konten nutzen:

  • 8340/4340 "Erlöse 16 %"
  • 8305/4305 "Erlöse 5 %"
  • 1775/3805 "Umsatzsteuer 16 %"
  • 1773/3803 "Umsatzsteuer 5 %"

DATEV-Anwender können regelmäßig die Ihnen bekannten Sachkonten weiterverwenden. Für Standardfälle erfolgt die Abgrenzung der abgesenkten Umsatzsteuerschlüssel im Zeitraum 1.7.2020 bis 31.12.2020 über das zu erfassende Leistungsdatum.

1 So kontieren Sie richtig!

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontobezeichnung SKR 03 SKR 04 Eigener Kontenplan Bilanz/GuV
Abziehbare Vorsteuer 19 % 1576 1406   Abziehbare Vorsteuer 19 %
Abziehbare Vorsteuer 7 % 1571 1401   Abziehbare Vorsteuer 7 %
Vorsteuer in Folgeperiode/im Folgejahr abziehbar 1548 1434   Vorsteuer in Folgeperiode/im Folgejahr abziehbar

So kontieren Sie richtig!

Zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmer können die Umsatzsteuer, die ihnen für einen Leistungsbezug für ihr Unternehmen von anderen Unternehmern in Rechnung gestellt werden, als Vorsteuer geltend machen. Die Buchung erfolgt je nach Steuersatz entweder auf das Konto "Abziehbare Vorsteuer 19 %" 1576/1406 (SKR 03/04) oder auf das Konto "Abziehbare Vorsteuer 7 %" 1571/1401 (SKR 03/04). Kann der Vorsteuerabzug nicht im Jahr der Rechnungsausstellung in Anspruch genommen werden, verwendet der Unternehmer das Konto "Vorsteuer im Folgejahr abziehbar" 1548/1434 (SKR 03/04).

 

Buchungssatz:

Vorsteuer im Folgejahr abziehbar

an Bank bzw. Kreditoren

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Rechnungsberichtigung

Unternehmer Huber hat im Jahr 01 von der Firma Braun-GmbH eine Rechnung über 10.000 EUR zuzüglich 1.900 EUR Umsatzsteuer erhalten. Herr Huber hat im Jahr 01 den Betrag von 1.900 EUR als Vorsteuer geltend gemacht. Bei einer Betriebsprüfung, die im Jahr 03 stattfindet, beanstandet der Betriebsprüfer diese Rechnung als nicht ordnungsgemäß und berichtigt den Umsatzsteuerbescheid für das Jahr 01, sodass sich eine Nachzahlung von 1.900 EUR ergibt.

  • Die Mindestanforderungen, die an eine Rechnung zu stellen sind, sind erfüllt. Der Unternehmer kann die Rechnung mit Wirkung für die Vergangenheit korrigieren. Es sind keine Korrekturen und somit auch keine Korrekturbuchungen erforderlich.
  • Die Mindestanforderungen, die an eine Rechnung zu stellen sind, sind nicht erfüllt. Konsequenz ist, dass Herr Huber die Rechnung nicht mit Wirkung für die Vergangenheit korrigieren kann. Da Herr Huber die Bilanz des Jahres 01 nicht berichtigen kann, weist er den Betrag von 1.900 EUR zum 1.1.03 als EB-Wert aus, indem er wie folgt bucht:

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1548/1434 Vorsteuer in Folgeperiode/im Folgejahr abziehbar 1.900 9000/9000 Saldenvorträge 1.900
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
9000/9000 Saldenvorträge 1.900 1736/3700 Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben 1.900

Sobald die berichtigte Rechnung vorliegt, kann Herr Huber den Vorsteuerabzug wieder in Anspruch nehmen. Er kann dann die Nachforderung des Finanzamts mit seiner Umsatzsteuerforderung verrechnen. Wegen der Verrechnung bucht dann wie folgt:

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1736/3700 Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben 1.900 1780/3820 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 1.900
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1576/1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 1.900 1548/1434 Vorsteuer in Folgeperiode/im Folgejahr abziehbar 1.900

3 Rückwirkende Sicherung des Vorsteuerabzugs durch Rechnungsberichtigung

Ein Unternehmer kann nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG die gesetzlich geschuldete Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer für sein Unternehmen ausgeführt worden sind (Eingangsleistungen) als Vorsteuerbetrag abziehen. Der Vorsteuerabzug setzt voraus, dass die Leistung erbracht wurde und der Unternehmer eine nach § 14 UStG ausgestellte Rechnung besitzt, die alle in § 14 Abs. 4 Nr. 1 bis 10 UStG aufgelisteten Angaben enthält. Bei Zahlung vor Leistungserbringung ist ein Vorsteuerabzug bereits im Voranmeldungszeitraum der Zahlung gegeben, soweit eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt.

Die Vorsteuerbeträge können grundsätzlich erst in dem Besteuerungszeitraum abgezogen werden, in dem die materiell-rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen insgesamt vorliegen.[1]

3.1 Bei fehlenden oder falschen Angaben kann die Rechnung berichtigt werden

Nach § 31 Abs. 5 UStDV kann eine Rechnung berichtigt werden,

Es müssen nur die fehlenden oder unzutreffenden Angaben durch ein Dokument, das spezifisch und eindeutig auf die Rechnung bez...

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